Hartheim. Gusen. Mauthausen. Ebensee. Wer die Namen hört, empfindet Beklemmung. Der Ungeist des Nationalsozialismus hat hier Tausende in den Tod gestoßen. Es war der Geist, der Leben als unwertes Leben klassifizierte. Heuer liegt das Pfingstfest ganz nahe am Datum der Befreiung vom 9. Mai 1945. Christ/innen feiern ihren Glauben an die Anwesenheit des Gottesgeistes in der Welt. Geist – das ist eine nicht recht fassbare „Kategorie“. Etwas, womit man nicht rechnen kann, was nicht logisch begründbar und auch nicht einfach erklärbar ist. Selbst „Geisteswissenschaften“ wissen mit dem Gottesgeist nicht recht etwas anzufangen. Die Wirklichkeit und Mächtigkeit des Gottesgeistes wird in ihrem Gegenteil erahnbar. Die Gedenken an die Gräuel von Hartheim, Gusen, Mauthausen, Ebensee und anderen Orten heben ins Bewusstsein, was im „Schatten des Gottesgeistes“ geschah, wo man ihn auszublenden versucht hat. Sie verdeutlichen so die ungeheure Kraft des Gottesgeistes. Wie gewaltig, verändernd und rettend es sein kann, wenn Menschen im Geist Gottes handeln – mit anderen Worten: wenn sie aus Liebe handeln – weil sie sich selbst von Gott geliebt wissen.