Friedensnobelpreisträgerin Rigoberta Menchú zieht eine skeptische Bilanz der Vergangenheitsbewältigung in Guatemala. „Der guatemaltekische Staat hat den Völkermord bis heute nicht anerkannt“, sagt die Menschenrechtlerin. Als zentrales Problem nennt Menchú die Straflosigkeit von Verbrechen. Immer wieder würden Gerichtsverfahren verschleppt, Beweise manipuliert, falsche Spuren gelegt und falsche Zeugen erfunden. Auch im Fall des Mordes an Weihbischof Juan Gerardi Condera 1998 sei es nur „im formalen Sinn“ zu einigen Ergebnissen gekommen: „In der Praxis gibt es kein funktionierendes Rechtssystem“, so Menchú.