Ein Enkelkind bringt Lächeln, Freude, Sinn und Zukunft ins Dasein. Großeltern nehmen einen wichtigen Platz im Leben eines neuen Erdenbürgers ein. Es ist ein Privileg, das kleine Menschenkind in Liebe und Zuneigung zu betten, es aber wieder abgeben zu können.
Für Neo-Großeltern verschieben sich die Prioritäten: Erziehungsfragen werden wieder interessant, das Haus wird nach aufgehobenen Kindersachen durchforstet, Wohnung und Garten beizeiten kindersicher gemacht und Spielzeug- und Kinderkleider-Geschäfte üben neue Anziehungskraft aus. Und siehe da, ich treffe hier auf ebensolche Großeltern, vor allem Großmütter, die das Angebot studieren. Hie und da wird neugierig in fremde Kinderwägen geschaut. Im Vergleich kommt dann das eigene Enkelkind am besten weg – na, eh klar.
Neue Erkenntnisse. Aufgehobene Eltern-Kind-Bücher sind nicht einmal mehr für den Flohmarkt geeignet, denn manche Ratschläge von damals lösen Kopfschütteln aus. Etwa hieß es da, dass Creme und Streupuder gleichzeitig verwendet gehören und die Milch nach drei Monaten von selbst zurückgeht.
Babysitter. Mit der Vorteils-Card, für Enkel nicht mehr hauptzuständig und damit auch nicht hauptverantwortlich zu sein, lässt sich manches gelassener sehen und – dankbar – genießen. Wenn ich erfahrene und mehrfache Großeltern davon reden höre, dass sie als Babysitter ständig greifbar und verfügbar sein sollen und sie dies als anstrengend empfinden, ist dieser Aspekt für mich noch nicht aktuell. Über Zugeständnisse, Kompromisse oder ein Abgrenzen denke ich nach, wenn es ansteht.
Heute – damals. Was heute besser ist gegenüber früher? Die Väter werden stärker mit einbezogen und die Kinder von klein auf zu mehr Eigenständigkeit erzogen. Auch wird mit großer Selbstverständlichkeit gestillt, wozu man zu unserer Zeit nicht gerade ermutigt wurde. Heutzutage dürfte man zum Beispiel nicht einmal Fencheltee „zufüttern“, auch nicht bei Hitze, denn sonst bekäme das Baby eine „Saug-Verwirrung“ – so wörtlich.
Zu wenig warm. Was ich vermeiden möchte, ist das Einmischen. Nicht immer gelingt es – vor allem, wenn das Enkelkind nach Oma-Meinung zu wenig warm angezogen wird. Die Diskussion läuft ungefähr wie folgt: „Ich würde ihm aber schon ein Hauberl aufsetzen!“ – „Jaaa, Mama!“, oder: „Mama, bitte!“, heißt es dann. Ein augenzwinkender später Vorwurf: „Ich möcht nicht wissen, wie du uns immer warm angezogen hast ...!“
Mit dem Kinderwagen. Einträchtig fahren Großmutter, Mutter und Kind gern mit dem Kinderwagen aus – das Kleine von der besorgten Großmama noch in eine Decke gewickeltt – versteht sich. Schnell stellt man fest, dass Verkehrswege auf Kraftfahrzeuge und nicht auf Kinderwägen ausgerichtet sind und kinderwagengerechte Spazierwege rar sind. Auch gibt es zwar genug Sitzmöglichkeiten, aber kaum Spiel-Oasen für Kleinkinder, etwa mit einem einfachen Dreh-Karussel oder einer Wippe.
Entschleunigt. Das Großelterndasein hat eine besondere Qualität, wenn man schon in Pension ist und entschleunigt Zeit für dasEnkelkind hat. So sitze ich gern mit dem jetzt ein dreiviertel Jahr alten Leonhard Anton im Sessel mit Gartenblick. Wir halten Ausschau, ob eine Katze, ein Vogel oder ein Schmetterling vorbeikommt. Aufmerksam folgt der Kleine meinen Reimspielen, und ich freue mich schon darauf, mit ihm Bilderbücher anzuschauen und ihm Geschichten zu erzählen – wie es Großmüttern zusteht. Sandburgen bauen und Drachensteigen ist nicht so mein Ding, das will ich anderen überlassen.
Blick in die Vergangenheit. Manchmal fliegen die Gedanken in die eigene Kindheit zurück oder es holt mich die Vergangenheit ein, indem mich Aussehen und Art des Babys an Vorfahren erinnern und ich Vergleiche anstelle: Ist da nicht die Durchsetzungskraft der Urgroßtante zu entdecken, das Blitzblau der Augen des Großvaters?
Geschenk. Als persönliches Geschenk an das Enkelkind schreibe ich ihm für später Briefe über seine Entwicklung. Alles kommt in das Erinnerungs-Album des klügsten und liebsten Enkelkindes – schön, dass es nur solche gibt! Übrigens: Ich finde es „echt cool“, eine Oma zu sein.
„Herr Pinz und Frau Panz“ – Tanzspiel
Das Kind liegt zum Beispiel am Wickeltisch: „Herr Pinz und Frau Panz, die gehen zum Tanz. Es gehen zum Tanz Herr Pinz und Frau Panz.“ (Dabei forsche Schritte mit den Füßen des Kindes machen.) „Erst machen sie so“ (Füße bzw. der Körper werden leicht nach links gedreht), „dann machen sie so“ (die Füße nach rechts drehen), „dann machen sie so“ (Füße in Richtung Körper drücken), „dann strampeln sie froh“ (nun strampelt man fest mit den Füßen). Beim zweiten Mal heißt es zum Schluss: „Dann lachen sie froh“, während man wieder fest mit den Füßen des Kindes strampelt.