Der Tag steht fest. Und auch der Ort. Das Gedenken an Franz Jägerstätter ist seit seiner Seligsprechung am 26. Oktober 2007 in Zeit und Raum verankert. St. Radegund ist zu einem kleinen, bescheidenen „Wallfahrtsort“ geworden. Und der 21. Mai ruft nun jedes Jahr nicht nur das Martyrium des Seligen in Erinnerung, sondern vor allem sein Leben, das davor lag – wie er mit den Gewissensfragen umgegangen ist, die auf ihn zugekommen sind. Seine Lebenspläne wurden, ebenso wie die seiner Familie, durchkreuzt. Nicht seine Unbeugsamkeit oder, wie manche sagen, Sturheit, sondern seine Bereitschaft, abzubiegen aus dem Strom, charakterisiert ihn. Was an Unmenschlichem im Nationalsozialismus geschah, erlaubte ihm nicht, seine Ziele einfach weiter zu verfolgen, um nur irgendwie unbeschadet davonzukommen. Die Entscheidung Franz Jägerstätters war gut. So stellte die Kirche erst nach langem Ringen mit der Seligsprechung fest. Stilles Mitläufertum gab es nicht nur im Nationalsozialismus. Eine Lebensweise, die kommenden Generationen den Atem nimmt, gehört ebenso dazu. Abbiegen, Umsteigen. Bequemlichkeitsverzicht. Jägerstätter ermutigt dazu.