Dass ein theologisches Lexikon zu einem Bestseller wird, ist eine Sensation: „Herders Neues Bibellexikon“ hat es geschafft. Innerhalb von nur drei Monaten wurden an die 11.000 Exemplare verkauft.
„So richtig erklären“ kann sich Franz Kogler, der Leiter des Linzer Bibelwerkes und Herausgeber des Bibellexikons, den Erfolg auch nicht, der alle Erwartungen übetroffen hat. Aber das ist ihm – verständlicherweise – kein Problem. Für ihn zählt, dass sich das Buch verkauft. Seit Erscheinen des Bibellexikons verschickt das Linzer Bibelwerk täglich rund 80 Exemplare des mit fast drei Kilogramm sehr „gewichtigen“ Werkes. Auch beim Herder-Verlag selbst findet das Lexikon reißenden Absatz. Gerade wird ein Nachdruck in die Wege geleitet.
Eine Verführung zur Bibel. Dass der renommierte Herder-Verlag dem Lexikon seinen Namen gegeben hat und mit seiner Kompetenz den Markt bearbeitet, gehört zu den Säulen des Erfolgs, betont Franz Kogler. Zudem sticht die Gestaltung des Buches in die Augen: über 1200 Abbildungen in Farbe, mehr als 100 Karten und ein einladendes Layout. Es nimmt nicht Wunder, dass das Bibellexikon beim Hauptverband des österreichischen Buchhandels als „Schönstes Buch Österreichs“ eingereicht ist. Das Bibellexikon hat einen Spagat geschafft, der theoretisch gar nicht möglich ist: Die unzähligen Bilder aus der Welt der Bibel machen das Buch schon für Zehnjährige zum Durchblättern interessant und gleichzeitig greifen die Theologiestudierenden danach, da die 5000 Artikel hervorragend den aktuellen Stand der Bibelwissenschaft zusammenfassen. Dass die Wochenzeitung „Die Furche“ das Bibellexikon ebenso positiv bewertet wie das betont kirchenkritische „Publik Forum“ kann als besonderer Qualitätsausweis verstanden werden. Übersetzungen ins Französische und Polnische sind im Gespräch – aber das vermag nicht mehr wirklich zu überraschen.