Wer im Internet die Homepage des Arbeitsmarktservice AMS aufruft, wird auf der Startseite des AMS von einem Bildempfangen, das ein Paket zeigt, dem eine Frau entsteigt. Eine andere Frau heißt offensichtlich die „Gesendete“ willkommen, sie streckt ihr eine Hand entgegen. Christian Winkler, der Geschäftsführer der Bischöflichen Arbeitslosenstiftung befremdet dieses Bild: „Auf dem Arbeitsmarkt sollen ja nicht Menschen gehandelt werden. Ich erwarte mir mehr Sensibilität.“
Der Kirche sei es in der „Arbeitswelt“ – ein Wort, das Winkler viel beser gefällt als „Arbeitsmarkt“ – wichtig, dass der Mensch seiner Würde entsprechend behandelt und nicht wie eine Ware betrachtet wird. Das Wort „Arbeitsmarkt“ legt allerdings nahe, dass dort gehandelt wird.Vielleicht hat sich mit der Illustration jemand gedacht, diese passe gut in die Weihnachtszeit. Da werden ja auch Pakete geöffnet. Winkler aber findet das Bild höchst unpassend.
Als Geschäftsführer der Bischöflichen Arbeitslosenstiftung weist Winkler auf die aktuellen Zahlen hin: Mit Ende November 2008 waren in Oberösterreich 22.295 Menschen als Arbeit suchend gemeldet, das sind um 8,8 Prozent mehr als im Vergleichsmonat des Vorjahres. Die Verschlechterung der Wirtschaftslage sei bereits jetzt für 30.000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer spürbar. Leasingarbeitskräfte wurden schon gekündigt, Mitarbeiter/innen zur Kündigung angemeldet, Stammpersonal wurde auf Kurzarbeit gesetzt. Kein Grund also für lockere Illustrationen!