Die Caritas Oberösterreich führt seit 1946 das Sozialpädagogische Zentrum in Steyr-Gleink. Vorige Woche gab die Caritas bekannt , dass das Zentrum mit 31. August geschlossen wird (KIZ Nr. 17). Wichtige Gründe dafür sind, dass das ehemalige Kloster nicht geeignet sei, Jugendliche zeitgemäß zu fördern, und dass Großeinrichtungen nicht mehr auf der Höhe der Pädagogik sind.
Die KirchenZeitung fragte bei Caritas-Direktor Mathias Mühlberger nach.
Die Caritas beendet die Arbeit mit schwierigen Jugendlichen in Steyr-Gleink. Sind schwierige Jugendliche keine Aufgabe mehr für die Caritas?
Wir sind in vielen Feldern tätig. Es kann also keine Rede davon sein, dass uns die Jugendlichen nicht mehr wichtig wären. Aber in Gleink, in diesen Räumen, ist eine zeitgemäße Pädagogik (familienähnliche Gruppen) nicht mehr möglich. Man geht in allen sozialen Bereichen von Großeinrichtungen weg. Das Kloster hat eine Nutzfläche von 8000 Quadratmetern; 1500 davon werden von uns genutzt. Das ist auch kostenäßig nicht sinnvoll.
Die Jugendlichen kommen nun in andere Einrichtungen mit kleineren Strukturen. Hätte nicht auch die Caritas kleinere Einrichtungen anbieten können?
In diesem Bereich gibt es bereits Anbieter. Wir sind Dienstleister der öffentlichen Hand und können nicht nach eigenem Gutdünken Neues anbieten, wenn Bestehendes vorhanden ist. Sollte sich allerdings die Wohnsituation ändern, wird die Caritas sicher für diese Gruppe wieder aktiv.