Ein Glasbildfenster: Es ist zart, zurückhaltend in den Farben, jedes Detail wirkt durchdacht. Bewegung kommt von mehreren Seiten in das Bild: von oben, seitlich. Die schwarzen Konturen deuten Figuren an. Das Licht durchbricht die Dunkelheit. Das hier gezeigte Bild trägt den Titel „Heiliger Geist als herabstürzende Taube und große Flamme“ und findet sich im Original in der Pfarrkirche St. Martin/Traun. Die Skizzen dazu sind Teil der beeindruckenden Ausstellung „Stifter x 3“. Sie präsentiert im Nordico Arbeiten der Künstlerfamilie Stifter: Vater Alfred teilt sich mit seinen Söhnen Georg und Wolfgang den Ausstellungsraum. Der Künstler Alfred Stifter (1904 bis 2003) hat im Jahr 1960 mehrere Glasbildfenster für die Pfarrkirche St. Martin/Traun geschaffen. Die Arbeiten zählen zu den Höhepunkten in Stifters Lebenswerk. Der Linzer war als Kunstschaffender und Kunstpädagoge in Oberösterreich umfassend tätig: vom Puppenspiel bis zur Ausbildung von Kindergartenpädagoginnen und der Lehrtätigkeit an Mittelschulen. Und er gilt als Wegbereiter für die Erneuerung religiöser Kunst in Oberösterreich. In der Kunstgeschichte werden die Glasfenster des Mittelalters als „Heiliges Licht“ bezeichnet. Etwas von dieser Botschaft des Lichts vermitteln auch die Arbeiten von Alfred Stifter.