Die 20. Braunauer Zeitgeschichte-Tage vom 23. bis 25. September befassen sich mit dem „schwierigen Erbe“. Sie werden am 23. September von Nationalratspräsidentin Mag. Barbara Prammer eröffnet.
An der Tagung nehmen Bürgermeister von Gemeinden teil, die an einem ähnlichen „Erbe“ wie Braunau tragen (etwa Predappio, der Geburtsort Mussolinis). Wissenschaftler, Publizisten und Kulturschaffende wie der Oskar-Preisträger Branko Lustig (Filmproduzent „Schindlers Liste“) kommen ebenfalls. Gibt es für Braunau als Hitlers Geburtsstadt eine besondere Verpflichtung zum Gedenken? – Braunaus Bürgermeister Mag. Johannes Waidbacher meint Nein, denn „im Gegensatz zu anderen Orten im In- und Ausland war Braunau kein Täterort der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft“. Braunau werde immer der Geburtsort Hitlers bleiben, dieser Tatsache müsse sich die Stadt stellen. Für die nachkommenden Generationen müsse man ein stabiles gesellschaftliches Fundament errichten, das nationalsozialistischem Gedankengut keinen Raum mehr lässt. Mag. Florian Kotanko, Obmann des einladenden Vereins für Zeitgeschichte, meint, Gedenk-Gesinnung und Gedenk-Kultur sollten alle pflegen.
- 20. Braunauer Zeitgeschichte-Tage „Schwieriges Erbe“, Braunau, Kultur im Gugg, 23. bis 25. September, Anm.: Tel. 0512/29 10 87, Dr. Andreas Maislinger (wissenschaftliche Leitung); www.hrb.at