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„Anwältin“ der Jugendlichen hat offenes Ohr für alle Sorgen

Gesellschaft & Soziales

Sie hilft Polyschülerinnen bei der Lehrstellensuche und organisiert ein Tanzprojekt für Flüchtlingssmädchen: Jugendleiterin Cornelia Kienberger begleitetet Jugendliche mit außerordentlichem Engagement. 
 

Ausgabe: 2018/25
20.06.2018
- Paul Stütz
© KIZ/PS

„Das Allerwichtigste ist zuhören“, sagt Cornelia Kienberger über ihren Beruf. Seit acht Jahren ist sie Jugendleiterin im Treffpunkt mensch & arbeit in Vöcklabruck. Sie begleitet Mädchen und Burschen durch die Zeit der Berufsorientierung und bei den ersten Arbeitserfahrungen. Die Jugendlichen sollen hier so sein dürfen, wie sie sind. „Wenn sie ihren Weg im Leben noch nicht ganz gefunden haben, helfe ich ihnen beim Entdecken.“ 

 

Probleme bei der Lehrstellensuche

Sie hat den wöchentlichen Polytreff eingeführt, wo junge Menschen ihre Ideen und Bedürfnisse einbringen. Gemeinsam wird verstecktes Theater gespielt, der Jugendraum geweißelt oder einfach nur gechillt. „Oft fühle ich ihre Ängste, ihre Schmetterlinge im Bauch, das Kopfweh vorm Vokabeltest“, hat Cornelia Kienberger stets ein offenes Ohr für die Sorgen „ihrer“ Jugendlichen. „Mit Conny kann ich über alles reden“, bestätigt die Vöcklabrucker Polyschülerin Michelle Kletzmayr. Etwa darüber, wenn es bei der Lehrstellensuche Probleme gibt. „Manche Firmen nehmen mich nicht, weil ich ein Mädchen bin“, meint die 14-Jährige. Viele Handwerksbetriebe glauben, sie müssten die Sanitärräume gleich umbauen, wenn sie einen weiblichen Lehrling aufnehmen. Somit haben es Mädchen wie Michelle schwerer als Burschen, in technischen Berufen Fuß zu fassen. Diesen Umstand will Cornelia Kienberger nicht einfach so hinnehmen. „Ich verstehe mich als Anwältin der Jugendlichen.“ In Gesprächen versucht sie sanften Druck auszuüben und die Firmen zum Umdenken zu bewegen.

 

 „Girls on fire“

Cornelia Kienberger verschafft Jugendlichen Gehör, die in der Gesellschaft am Rande stehen. Das trifft auch für das von ihr initiierte Projekt „Girls on fire“ zu. Dabei kommen rund zehn junge Frauen aus Ländern wie dem Kongo, Kosovo und Afghanistan regelmäßig zusammen, um gemeinsam zu tanzen. Einige von ihnen sind nach Österreich geflohen. „Das sind Mädchen, die in der Regel sonst nicht viel rauskommen. Teilweise haben sie Angst vor der Abschiebung. Beim Tanzen lachen sie immer viel und vergessen zumindest für zwei Stunden ihre Sorgen“, erzählt Cornelia Kienberger. Sie freut sich, dass die „Girls on fire“ Freundinnen über Grenzen hinweg geworden sind. 

© KIZ/Franz Litzlbauer
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