Reinhard Macht ist ehrenamtlicher Diakon im SR Jenbach-Münster-Wiesing und Gemeindeberater in der Diözese Innsbruck.
Man hätte es im Vorjahr nicht für möglich gehalten, aber die Pandemie zwingt nun zum zweiten Mal zu Einschränkungen beim Weihnachtsfest. Was die Gottesdienste betrifft, haben bereits viele Pfarren Vorkehrungen getroffen.
Normalerweise sorgen die Weihnachtsmessen für gesteckt volle Kirchen. Doch in der Coronapandemie gilt es, mit diesem erfreulich Andrang vorsichtig umzugehen und große Menschenansammlungen zu vermeiden. Die Dompfarre in Linz etwa setzt zu Weihnachten auf ein Platz-Reservierungssystem. Über eine eigene Website kann man sich schon im Vorfeld den Platz in der Kirche sichern. Damit genügend Menschen teilnehmen können, gibt es eine größere Anzahl an Gottesdiensten.
Auch in der Barackenkirche Nöstlbach der Pfarre Sankt Marien liegt schon ein Konzept vor, wie Weihnachten gefeiert werden kann.
Die Devise lautet: „Spaziergang statt Kindermette“. Am 24. Dezember wird durch den Ort ein Weihnachtsspaziergang mit verschiedenen Stationen aufgebaut, den jeder ab der Mittagszeit gehen kann. Geöffnet bleibt dieser Weg bis 26.12. am späten Nachmittag. Dabei gibt es schon vorher an den Adventsonntagen in Nöstlbach eine „Kiki“ (Kinderkirche) „to go“. Das ist ein Kuvert mit einer aufbauenden Geschichte, Ideen für zuhause, Gebeten und einer Anleitung zum Aufeinanderzugehen.
Die „KiKi-Band“, die die Kinderkirche musikalisch umrahmt, hat vorab (coronagerecht) Lieder aufgenommen. Diese können über QR-Codes mit dem Handy abgespielt werden. „Für den Weihnachtsspaziergang haben wir noch eine spezielle Aufnahme gemacht. Wir werden die 1. Strophe von ‚Stille Nacht‘ in fünf Sprachen spielen und singen“, verrät Julia Derflinger, die Teil des neunköpfigen Kiki-Vorbereitungsteams ist. Sie freut sich über die positiven Rückmeldungen zu dem Angebot für Kinder und Familien.
„Es ist ein Miteinander, das sich über den ganzen Ort spannt. Die Freude in den Augen der Kinder ist wunderschön und belohnt das Engagement so vieler Ehrenamtlicher, die in dieser manchmal schwierigen Zeit etwas Wärme, Glück und Offenheit entstehen lassen“, erzählt Julia Derflinger.
Was zu Weihnachten 2020 in Ternberg als Ausweichplatz zum Kirchenraum geplant war, hat sich zu einem beliebten Ort für Feiern entwickelt. Die Christmette auf dem überdachten Parkplatz vor dem örtlichen Adeg-Kaufhaus war so beeindruckend, dass auch die Osternacht, Fronleichnam und Erntedank dort gefeiert wurden. Und nun wieder die Christmette. Feuerstellen und die Christbäume, die beim Verkaufsstand übrigbleiben, werden den Parkplatz in einen stimmungsvollen Gottesdienstort verwandeln, erklärt Dechant Friedrich Lenhart.
In Perg wird die Kindermette um 16.15 Uhr im Freien auf dem Kirchenvorplatz gefeiert. Weiters wird eine zusätzliche Mette um 19 Uhr in der Pfarrkirche angeboten und die Christmette um 23 Uhr wird auch per Livestream übertragen, ebenso wie die Festmesse am Christtag um 9.30 Uhr (Link auf der Homepage der Pfarre). Auch Silvester sei schon geplant, erzählt Dechant Konrad Hörmanseder. Alle sind eingeladen, wann immer sie Zeit haben, in die Kirche zu kommen, dort ihren Dank auf Zettel zu schreiben und als Geschenk Weihwasserfläschchen mit nach Hause zu nehmen. «

Reinhard Macht ist ehrenamtlicher Diakon im SR Jenbach-Münster-Wiesing und Gemeindeberater in der Diözese Innsbruck.
Turmeremitin Birgit Kubik berichtet über ihre Woche in der Türmerstube hoch oben im Mariendom Linz >>

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