Reinhard Macht ist ehrenamtlicher Diakon im SR Jenbach-Münster-Wiesing und Gemeindeberater in der Diözese Innsbruck.
Ob die Finanzkrise 2008, die anhaltend hohe Arbeitslosenquote in den vergangenen zehn Jahren oder die Coronapandemie: Was auch die Gesellschaft bewegt – es hat so gut wie immer Auswirkungen auf Unternehmen und Arbeitsplätze. Es sind vor allem die Unsicherheit und die Angst vor Stellenabbau, die mit Krisen unweigerlich einhergehen und die Betroffenen psychisch schwer belasten. Im Fall von Arbeitslosigkeit kommt die finanzielle Not dazu.
So vielfältig die Probleme rund um die Arbeit sind, so vielfältig sind die Herausforderungen für die Betriebsseelsorge. „Als Betriebsseelsorge bemühen wir uns, die jeweiligen Anliegen und Sorgen der Menschen aufzugreifen“, sagt Irene Huss, die Leiterin des Treffpunkts mensch&arbeit in Braunau.
Das Erste ist häufig das Zuhören. Einzelberatungen und -begleitungen nehmen einen wichtigen Platz in der Betriebsseelsorge ein. „Manchmal haben die Leute zufällig vom Treffpunkt gehört, andere kommen über Betriebsräte, wieder andere durch Beratungseinrichtungen“, erzählt Huss: „Wir horchen allen einmal zu und sagen nicht gleich: Das gehört nicht zu uns. Durch das Zuhören signalisieren wir: Du bist nicht allein. Das ist eine ganz wichtige Botschaft.“ Angestoßen durch Corona bieten die beiden Betriebsseelsorger Irene Huss und Karl-Heinz Hellinger sowie die Jugendleiterin Waltraud Menghin „(Seelsorge)-Spazier-Gespräche“ unter dem Motto an: „Wir gehen ein Stück eures Weges mit euch.“
Natürlich veranstaltet das Betriebsseelsorgeteam auch regelmäßige Treffen. Dazu gehören einmal im Monat ein offenes Frühstück, ökumenische Bibelabende, die Workshopreihe „Verschnaufpausen im (Arbeits-)alltag“, ein Terrassenfest, Angebote für Jugendliche und ein Betreuerinnencafé für 24-Stunden-Pflegerinnen. Dass zum Treffen der Betreuer/innen mehrere Organisationen laden, zeigt ein wichtiges Arbeitsprinzip der Betriebsseelsorge. „Wir arbeiten sehr vernetzt und bemühen uns auch zu vernetzen“, sagt Huss.
Im Rahmen der Bischofsvisitation wird die Betriebsseelsorge gemeinsam mit Dekanatsassistentin Ursula Barth ein Treffen organisieren. Es wird zu einer Begegnung mit Kindergärtnerinnen eingeladen. «

Reinhard Macht ist ehrenamtlicher Diakon im SR Jenbach-Münster-Wiesing und Gemeindeberater in der Diözese Innsbruck.
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