Beate Mayerhofer-Schöpf ist Theologin
und Referentin für Spiritualität im
Pastoralamt der Erzdiözese Wien
Mit einer Hand kann man nicht klatschen, sagt ein afghanisches Sprichwort.
Gemeinsam geht vieles leichter als alleine, sagt die Erwachsenenbildnerin Andrea Klotz.
Als soziale Wesen brauchen Menschen Gemeinschaft. Doch Einsamkeit betrifft Menschen im Lauf ihres Lebens immer wieder. Dauerhafte Einsamkeit kann zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen, sie birgt ein erhöhtes Risiko für Demenz, Depressionen, Herzinfarkt, Schlaganfall und Stress. Die sogenannten SHARE-Daten für Österreich (Survey of Health, Ageing and Retirement in Europe/Erhebung zu Gesundheit, Alterung und Ruhestand in Europa) zeigen, dass mit dem Alter das Risiko von Einsamkeit steigt. Selbständig dagegen anzugehen fällt vielen Menschen schwer. Das Gefühl ist oft unsichtbar und schambesetzt.
Der Aufbau sozialer Beziehungen wirkt sich dagegen positiv auf das Selbstvertrauen und auf Bewältigungsstrategien aus und ist gesundheitsfördernd. In einigen Ländern ist die Notwendigkeit eines sozialen Miteinanders für ein gesundes Leben bereits medizinisch anerkannt und soziale Interaktionen werden als Teil der Gesundheitsförderung verschrieben. Dort werden Aktivitäten und Unterstützungsangebote vermittelt, die auf soziale und emotionale Bedürfnisse eingehen.
Im Buch „Zusammen. Warum wir für ein gutes Leben Verbündete brauchen – und wie wir sie finden“ schreibt Ronja von Wurmb-Seibl: „Jedes Mal, wenn wir Gemeinschaft erleben, schützen wir unseren Körper vor den Folgen von Einsamkeit.“ Sie geht auf aktuelle Forschungen über gesellschaftliche Entwicklungen und ihre Auswirkungen auf unser Miteinander ein. Und sie schenkt Perspektiven, wie Gemeinschaft aussehen kann. „Das Leben ist einfach zu anstrengend, um da ganz alleine durch zu müssen“, zitiert sie ihren Hausarzt.
Eine Herausforderung unserer sich verändernden Gesellschaft ist es, Gruppenzugehörigkeit zu ermöglichen, damit das positive Gefühl der Einbindung erfahren werden kann. Senior:innenbildung setzt hier an und schafft Begegnungsorte und -möglichkeiten, die der Vereinsamung entgegenwirken. Monika F. aus Innsbruck schätzt genau das: „Im SelbA-Training trainiere ich Körper, Geist und Seele. In einer gesunden Gruppendynamik werde ich gefordert. Es ist ein nettes Miteinander, und keiner muss perfekt sein – jeder ist einzigartig. Man hilft sich gegenseitig in diesem Miteinander, lernt immer wieder etwas Neues dazu, geht neue Pfade, die fordern und fördern.“ So gestaltet die Senior:innenbildung der katholischen Bildungswerke gute Tage: durch gemeinsames Lachen und Grübeln, gegenseitigen Austausch und gemeinsames Tun. Es ist nie zu früh und nie zu spät, um damit anzufangen.
LIMA, SelbA, Mitten im Leben, alt jung sein, Selbstbestimmt aktiv sein im Alter ... Mit diesen Programmen begleiten die katholischen Bildungswerke das Älterwerden.Österreichweit gehören diese Angebote in Zukunft zur Dachmarke „GUTE TAGE“ und stehen allen offen, die ihre Zukunft nicht einfach dem Schicksal überlassen wollen – wie Christa Kummer und Günther Laimer.
www.gute-tage.at

Beate Mayerhofer-Schöpf ist Theologin
und Referentin für Spiritualität im
Pastoralamt der Erzdiözese Wien

Birgit Kubik, 268. Turmeremitin, berichtet von ihren Erfahrungen in der Türmerstube im Mariendom Linz. >>
Jetzt die KIRCHENZEITUNG 4 Wochen lang kostenlos kennen lernen. Abo endet automatisch. >>