Das Hochwasser geht – mancherorts noch kaum sichtbar – langsam zurück. „Wir lassen in Oberösterreich ganz sicher niemanden in Stich!“, sagte Landeshauptmann Josef Pühringer bei den Pressekonferenzen am 3. und 4. Juni. Die Zahl der Mitarbeiter/innen im Katastrophenfonds des Landes OÖ. wurde bereits aufgestockt, damit die Anträge möglichst rasch abgewickelt werden können.
In den ersten zwei Tagen der Hochwasserkatastrophe, die seit Samstag, 1. Juni, das Land in Atem hält, haben allein die Freiwilligen Feuerwehren in Oberösterreich mehr als 2100 Hochwasser-einsätze geleistet. Über 19.000 Helferinnen und Helfer beteiligten sich. Hoch ist auch die Kennzahl der ehrenamtlichen Hilfe beim Roten Kreuz: Fast 1800 Mitarbeiter/innen haben Dienst geleistet, bis zu 6000 waren und sind in Bereitschaft. Das Bundesheer stellte am Montag 20 Katastrophenzüge für die Hilfe ab. 900 Mann vom Oö. Jägerbataillon bzw. vom Panzergrenadierbataillon 13 Ried im Innkreis waren in Bereitschaft. Alle Hände voll zu tun hatte und hat auch die Polizei– bei Verkehrssicherheitsmaßnahmen waren 1000 Beamte beschäftigt, 25 unterstützten Evakuierungsmaßnahmen. Der ÖAMTC verzeichnete binnen 36 Stunden über 3000 Hilfsanrufe.
Bitte um Spenden und Mitarbeit
Landesregierung, Caritas, Raiffeisen, Diakonie, ORF und viele andere erklärten ihre Hilfsbereitschaft, richteten Spendenkonten ein und sind dabei, ehrenamtliche Mithilfe bei den Aufräumarbeiten zu organisieren.
Zusammen halten. In manchen Abschnitten stieg das Hochwasser deutlich über die Marke von 2002. Ältere Schärdinger sprechen davon, dass es so arg wie 1954 ist. In Passau und in Schärding erreichte der Inn Rekordhöhen. In Grein, so die Hoffnung am Montag, werde das Wasser nicht über den Damm schwappen, wenn es am Dienstag (nach Redaktionsschluss dieser Ausgabe) den Höchststand erreicht haben wird. Einmütig wurde bei der Pressekonferenz der Zusammenhalt in Oberösterreich beschworen.
Caritas und Ehrenamt
Die Caritas klärt derzeit ab, wo welche Hilfe dringend gebraucht wird. Über die Pfarren bietet die Caritas den Betroffenen an, Geräte wie Schaufeln und Kübeln zum Reinigen der Räume, sowie Entfeuchtungsgeräte zur Verfügung zu stellen. Diese Geräte wurden aus dem Caritas-Katastrophenfonds angeschafft. An Ort und Stelle werden auch ehrenamtliche Teams zusammengestellt, die bei Aufräumarbeiten helfen. So stand Caritas-Regionalkoordinator Martin Wintereder am Montag Abend mit Ehrenamtlichen aus den Pfarren Eferding und Hartkirchen bereit, sollte das Altenheim Leumühle evakuiert werden müssen. Vereinzelt waren solche Evakuierungen bereits notwendig gewesen. Manche Schulen blieben geschlossen. Insgesamt aber, so zeigten sich die verantwortlichen Politiker zumindest darin erleichtert, haben die nach 2002 eingeleiteten Hochwasserschutzmaßnahmen gut gegriffen. Die Schäden – so schwer sie bei den Betroffenen ausfallen – sind insgesamt in einem überschaubaren Maß geblieben. Aber der Landeshauptmann und seine Regierungskollegen Rudi Anschober, Max Hiegelsberger und Reinhold Entholzer wissen: Sollte binnen kurzer Zeit ein neues Hochwasser kommen, wird die Situation sehr kritisch.
Katastrophenhilfe der Caritas: RLB OÖ, BLZ 34.000, Kto.Nr. 1.245.000; Erste Bank, BLZ 20111, Kto.Nr. 012 34560; PSK, BLZ 60.000, Kto. Nr. 7.700.004 Spendenkonto des Landes OÖ: Hochwasserhilfe OÖ 2013, Hypo-Landesbank, BLZ 54000, Kto. Nr. 80 000 3
"Vor der Natur haben wir keinen hundertprozentigen Schutz, darum sollten wir sehr pfleglich mit ihr umgehen!" Landesrat Rudi Anschober