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Die Bibel in gerechter Sprache ist eine Bibelübersetzung mit dem Anliegen, die biblischen Schriften so in die deutsche Gegenwartssprache zu übersetzen, dass sie der Bedeutung von Frauen in der Bibel gerecht wird und gegenüber dem Judentum sensibel ist. Zudem sollten die soziale Gerechtigkeit und die Textgerechtigkeit berücksichtigt werden. Soziale Realitäten wie etwa die Sklaverei oder die Gewaltstrukturen des Römischen Reichs, die der Text benennt, sollten klarer erkennbar sein. Die „Magd“ aus der Übersetzung Martin Luthers wird als „Sklavin“ bezeichnet, weil dieser Begriff die Lebensbedingungen präziser benennt. Im Oktober 2006 wurde die neue Bibelüber-setzung auf der Frankfurter Buchmesse erstmals einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt. Aus privater Initiative hatten 52 Theologinnen und Theologen die Bibel in fünf Jahren neu übersetzt.
Die Kirchenzeitung brachte Beispiele aus der neuen „Bibel in gerechter Sprache“, etwa jenes aus Lev 6,11: Dort heißt es wörtlich, dass „alle Männlichen unter den Söhnen Aarons“ die Speise essen sollen. „Während in heutiger Sprache Frauen ausdrücklich genannt werden müssen, wenn sie gemeint sind und sich angesprochen fühlen sollen […], nennt die […] biblische Sprache oft nur männliche Formen, obwohl vom Zusammenhang her auch Frauen gemeint sein müssen“, erklärte die Kirchenzeitung.
Die Bibel in gerechter Sprache sollte solche Zusammenhänge sichtbar machen und deshalb nicht automatisch jede männliche Form mit einer männlichen Bedeutung übersetzen. Frauen wurden überall dort, wo sozialgeschichtliche Forschungsergebnisse es nahelegen, dass sie mitgemeint sind, ausdrücklich benannt.
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