Öterreichs Stifte bergen kostbare Schätze der Kunst und Frömmigkeit aus verschiedenen Jahrhunderten.
Kunst in Klöstern hat eine lange Tradition. Einige oberösterreichische Klöster beherbergen – zumeist durch persönlichen Kontakt zu lebenden Künstlerinnen und Künstlern – auch Sammlungen der zeitgenössischen Kunst in ihren Mauern. Im Stift Schlierbach sind dies Exponate von Margret Bilger, im Stift Wilhering Werke von Fritz Fröhlich. Im Stift St. Florian hat ein wesentlicher Teil des religiösen Schaffens von Hans Fronius eine Heimat gefunden. Bei solchen Sammlungen geht es nicht um ein Horten wertvoller Bilder. Es geht vielmehr um religiöse und humane Botschaften: In der Erschließung der Inhalte kann ein seelsorgliches Thema angesprochen werden. Die Menschen von heute lassen sich nicht selten über die Augen, durch ein gezeichnetes oder gemaltes „Wort“ treffen. Im Stift St. Florian gibt es – im Rahmen der sonntäglichen Sonderführungen „Perspektiven“, die von Chorherrn gehalten werden – auch ein spezielles Angebot zur Modernen Kunst. Am vergangenen Sonntag war diese Führung verbunden mit einer Buchpräsentation über einen Glasfensterkreuzweg, den Hans Fronius 1963/64 in Schlierbach geschaffen hat. Der Titel des Kreuzwegbuches – „Stationen am Weg. Der Kreuzweg in Thörl“ – führt und weist auf ein religiöses Bedürfnis hin: Wir brauchen die „Stationen am Weg“, um der Geheimnisse des (Da)-Seins inne zu werden. Kultur-Tipp: Im Stift St. Florian läuft von August bis Oktober eine Sonderausstellung über „Hans Fronius und Italien“. Ferdinand Reisinger
Ausstellung: Info-Tel. 07224/8902-14.Buchtipp: Hans Fronius. Stationen am Weg – Der Kreuzweg von Thörl, (Hg.) F. Reisinger, Verlag Bibliothek der Provinz, Weitra 2001.