„Für alle“ heißt das lateinische „omnibus“. Bewusst wurde dieses Wort, von dem heute meist nur die Endsilbe Bus verwendet wird, für Autos mit vielen Sitzplätzen gewählt.
Überlandreisen, Schulausflüge, öffentlicher Verkehr, städtischer Personentransport, Pendlerservice, Shuttledienste, Pilgerreisen und Kaffeefahrten – nur einige der Beispiele für den Einsatz von Autobussen. In den Händen ihrer Lenker liegt Verantwortung für meist Dutzende Passagiere. In vielen Regionen, auch hierzulande vor der allgemeinen Motorisierung, waren bzw. sind Busse unverzichtbare Fortbewegungsmittel für die so genannte „breite Masse“. Gegen ein vergleichweise geringes Entgelt können Distanzen jeder Größenordnung bewältigt werden. Busse sind für alle da und stellen einen öffentlichen Raum dar, während die Fahrt im eigenen Fahrzeug die Tendenz zur Individualisierung unterstützt. Im Autobus, ebenso wie in der Bahn, besteht die Möglichkeit, auf andere zuzugehen und Kontakt zu knüpfen. Bei einem Vergleich der Attraktivität von Verkehrsmitteln war 1999 die hohe Chance zur Kommunikation die einzige Bewertung, bei der öffentliche Verkehrsmittel die individuellen übertrafen. Schon die Infrastruktur rund ums Busfahren ermöglicht es, mit anderen in Kontakt zu kommen, etwa an Bushaltestellen. Bei einem Priesterjubiläum verglich der Prediger kürzlich den Beruf des Pfarrers mit dem eines Busfahrers: „Er hat die Gläubigen, die an den verschiedenen Haltestellen des Lebens warten, abzuholen und auf den Weg zu Gott zu führen.“ Und der Vergleich ging weiter: „In jeder Pfarre gibt es Tendenzen, nicht einen Omnibus, einen Wagen für alle, sondern Privatautos zu fahren. Der Pfarrer muss sich immer für den Omnibus entscheiden, um dem Dienst der Einheit gerecht zu werden.“ Das erinnert an den hl. Paulus, der „allen alles geworden“ ist (lateinisch „omnia omnibus“, 1 Kor 9, 22), ebenso wie an einen Gedanken aus einer Meditation des brasilianischen Erzbischofs Dom Helder Câmara: „Vorüber die Autobusse, in Eile ohne Halt, mit der Aufschrift, die ich niemals verwenden darf: Besetzt.“ Ein besonderes Bild für gelungenes Christsein bietet übrigens der O(berleitungs)-Bus: Offen für die Menschen, ganz irdisch unterwegs, aber doch ständig mit „Energie von oben“ verbunden.