Natürlich sind Lastkraftwagen laute Stinker und Traktoren langsame Kriecher. Aber es ist bei LKWs und Traktoren wie bei allen anderen Dingen: sie besitzen eine zweite Seite.
„Ein Lastwagen kommt!“, rufen die Kinder am Eingang des rumänischen Dorfes. Sofort ist die Straße voller Leute. Für die Menschen hier, ähnlich wie in vielen benachteiligten Regionen der Erde bedeutet das Wort LKW Hilfe, Lebensmittel, Hoffnung, Zukunft. Lastwagenfahrer, ob als als Hilfstransport-Chaffeure oder „Kapitäne der Landstraße“ bewegen mit ihren Gefährten Gewichte, die vor Generationen nur unter größter Anstrengung zu transportieren gewesen wären. Obwohl eigentlich nicht die Fahrer, sondern ihre Gefährte die „Lastenträger“ sind, ist der Rücken vieler Trucker (LKW-Lenker) belastet. Druck von allen Seiten und oft unzumutbare Arbeitsbedingungen, die an die Grenze der Belastbarkeit gehen, prägen ihren Alltag, den viele fern der Familie verbingen. Vielleicht verstehen Menschen, die mit Lastwagen zu tun haben, das Wort Jesu besser: „Kommt zu mir, die ihr schwere Lasten zu tragen habt, ich will euch Ruhe geben“ (Mt 11, 28).
Der Gerechtigkeit halber muss die Belastung jener angeführt werden, die unter Lautstärke, Erschütterung und Luftbelastung durch ständigen LKW-Verkehr leiden. Zukunftsorientierte Verkehrspolitik weiß, dass viel mehr Lasten auf die Schiene gehören, selbst wenn das die moderne „Transportgesellschaft“ ein wenig verlangsamen könnte. Ein anderes Verkehrsmittel, das ebenfalls zum Bewegen von Lasten und zur Verrichtung schwerer Arbeiten dient, ist der Traktor, dessen wörtliche Übersetzung vom Lateinischen ins Deutsche „Zieher“ bedeutet. Zugmaschinen aller Art sind gerade jetzt auf den heimischen Feldern unterwegs, um die Ernte heimzubringen.
Das „Ziehen“ hat in unserer Sprache mehrere wichtige Bedeutungen. Menschen finden einander anziehend, ziehen umher oder es zieht eine Idee. Jesus von Nazareth sprach ebenfalls davon, „alle an sich zu ziehen, wenn er über der Erde erhöht ist“ (Joh 12, 32). – In dem aus dem 14. Jahrhundert stammenden Weihnachtslied „In dulci jubilo“ heißt es: „Trahe me post te“, Jesus soll mich hinter sich herziehen. Er ist der „Traktor“, der die Richtung vorgibt. Wenn ich mich von ihm ziehen lasse, wird er auch meine Last und Belastung mitziehen.