Mobilität bedeutet für viele, ihre Fortbewegung selbst zu steuern. Dabei ist nicht nur die Benutzung eines Autos alles andere als selbstverständlich, sondern schon der Gebrauch der eigenen Beine.
Ein Fahrzeug wird bei der Aufzählung diverser Verkehrsmittel meist vergessen: der Rollstuhl. Dabei ist er für eine bedeutende Zahl unserer Mitbürger/-innen die einzige Fortbewegungsmöglichkeit. Gelegentlich ist der langsame Rollstuhl auch der Preis (zu) hoher früherer Geschwindigkeit. Verkehrsplaner und Architekten können nicht oft genug auf den absoluten Vorrang für Rollstuhlfahrer/-innen und Kinderwägen hingewiesen werden.
Viele haben Scheu, Rollstühle zu betrachten oder zu berühren, auch die unsinnige Formulierung, jemand sei „an den Rollstuhl gefesselt“, verrät Unsicherheit. Ist es die Angst davor, selbst einmal auf andere angewiesen zu sein? Eines der letzten Worte, das das Johannesevangelium aus Jesu Mund überliefert, nimmt darauf Bezug: „Als du jung warst“, so Jesus zu Petrus, „konntest du gehen, wohin du wolltest. Wenn du aber alt geworden bist, wird ein anderer dich führen.“ (Joh 21, 18)
Angewiesenheit aufeinander, Arbeit miteinander und Verantwortung füreinander liegen nahe beisammen. Das wissen Österrichs Taxifahrer ebenso wie Indiens Rikschakutscher. Je mehr man sich in andere hineinfühlen kann, umso besser kommt man miteinander aus. Wichtig ist, sich selbst nicht zum Maß der Dinge zu machen, nicht die eigene Geschwindigkeit zum Tempo der Gruppe zu erheben.
Wir leben in einer Zeit, in der es – zumindest in reichen Gegenden – modern geworden ist, sich bedienen zu lassen. Pizzaservice und Blumenboten sind Standard. Bei allen Vereinfachungen, sei dennoch ein afrikanisches Sprichwort in Erinnerung gerufen: „Wer andere für sich gehen lässt, hat ruhige Füße, aber ein unruhiges Herz.“Auf der Straße gilt umso mehr, was schon im normalen Alltag gilt: Niemand ist allein unterwegs, Rücksicht und Nächstenliebe sind gefordert. Es ist interessant, dass Jesus die Frage „Wer ist mein Nächster“ mit dem Gleichnis vom barmherzigen Samariter beantwortet, das auf einer Straße spielt (Mt 10, 30–35). Als wollte Jesus sagen: „Auf der Straße ist der Prüfstein des guten Lebens!“ Berichte über Unfälle, die von Vorbeifahrenden unbeachtet bleiben, gibt es auch heute oft genug . . .