Regelmäßig könnte einen der Blick in die Schweiz direkt neidig machen, wenn es um fair gehandelte Lebensmittel geht. In Österreich engagieren sich viel mehr Freiwillige im Verkauf so genannter „Dritte-Welt“-Produkte in weit mehr Verkaufsstellen, und dennoch erzielen die Eidgenossen den vierfachen Umsatz. Ursache dafür ist, dass zwei Verkaufsketten, die den Einzelhandel dominieren, die TransFair-Palette anbieten. 15 Prozent Marktanteil für die gerechte Banane klingt astronomisch – besonders weil in Österreich bisher niemand die Markteinführung geschafft hat. Die neue Werbekampagne für das faire Gütesiegel will endlich frischen Wind in die hierzulande weitgehend „unfairen“ Regale bringen. Dass Spenden dafür zu „Aktien“ werden, ist ein PR-Gag. Der jedoch überzeugt, sobald der Shareholdervalue tatsächlich an die Produzenten im Süden fließt.