Mit ziemlicher Häme haben die Medien und die Politiker der Regierungsparteien auf die Urabstimmung des ÖGB reagiert. Die sechs Forderungen und die Frage, ob man „notfalls gewerkschaftliche Kampfmaßnahmen ergreifen soll“, wurden als „billige No-na-net-Parolen“ abgetan. Die Urabstimmung insgesamt wurde als Ablenkungsmanöver, das den Postgewerkschafterskandal verdecken sollte, bezeichnet. Der ÖGB steht, auch durch sein Zutun, derzeit nicht besonders gut da. Fairness verdient er trotzdem: Die Urabstimmung war längst vor dem „Postskandal“ beschlossen worden. Und hinter den vielleicht etwas patschert formulierten Forderungen stehen ernsthafte Anliegen. Es geht um das politische Klima und den sozialen Ausgleich im Land.