Ausgabe: 2001/37, Kurz berichtet, EU, Agrar, Agrarpolitik, Kapellari, Biotechnik, Kasper
11.09.2001
- Kirchenzeitung der Diözese Linz
EU-Diskussion zur Bioethik
Brüssel. Die EU-Kommission hat zu einer europaweiten Konsultation zu Fragen der Biowissenschaften eingeladen. Ein von der Kommission vorgelegtes Konsultationspapier enthält eine Übersicht der strittigen Fragen zur Biotechnik. Es geht dabei um ethische Fragen ebenso wie um das Problem der Wettbewerbsfähigkeit gegenüber den USA und anderen Ländern. Das Papier ist ab Mitte September erhältlich (www.europa.eu.int./ comm/-biotchnology); Antworten sind bis 23. Nov. erbeten.
Neuer Kurs für Agrarpolitik
Ried. Bei einer Tagung auf der Rieder Landwirtschaftsmesse hat „Europa“-Bischof Egon Kapellari (Graz) einen neuen Kurs für die EU-Agrarpolitik gefordert. Statt der bisherigen Preis- und Absatzgarantien, die zu Lasten der Qualität, der Umwelt und der Entwicklungsländer die Produktion angekurbelt hätten, müsste ein System der umweltgebundenen Direktsubventionen an die Landwirte kommen. Das, so Kapellari, würde auch der kleinstrukturierten, bäuerlichen Landwirtschaft in vielen EU-Beitrittsländern entgegenkommen.
Verzicht auf Abwerbung
Barcelona. Der Präsident des Päpstlichen Rates für die Einheit der Christen, Kardinal Walter Kasper, hat einen vollständigen Verzicht auf die Abwerbung von Mitgliedern unter den christlichen Kirchen (Proselytismus) vorgeschlagen. Außerdem sollten sich die Kirchenführungen gegenseitig besser informieren und „bei allen Entscheidungen die Auswirkungen auf die anderen Kirchen mitbedenken“. Der Proselytismus spielt bei den Spannungen mit der russischen Orthodoxie eine große Rolle; mangelnde Rücksicht führte rund um das Dokument „Dominus Jesus“ zu Verstörungen.