Ausgabe: 2001/38, Chorherren, St. Florian, Stift, Anton Bruckner, Krismann-Orgel
18.09.2001
- Elisabeth Leitner
Seit Mai 2001 laden die Chorherren des Stiftes St. Florian zu Sonderführungen ein. Neue Einblicke in das Stift und unmittelbarer Kontakt – das schätzen Besucher/innen und Chorherren dabei besonders.
„Anton Bruckner und St. Florian“ – so nennt Chorherr Mag. Klaus Sonnleitner CanReg seine Sonderführung, die Ende September stattfindet. 40 Besucher/ innen finden sich meist bei der Stiftspforte ein, wenn das Stift anlässlich einer Sonderführung die Pforten öffnet. „Unter den vielen Persönlichkeiten, die mit dem Stift in reger Verbindung standen, ist der 1824 in der Stiftspfarre Ansfelden geborene Komponist A. Bruckner wohl einer der bedeutendsten“, erklärt Sonnleitner nicht ganz ohne Stolz. Der dreizehnjährige Anton begann seine „Laufbahn“ als Sängerknabe im Stift, kehrte nach seiner Lehrerausbildung in Linz und zwei Posten in Windhaag bei Freistadt und Kronstorf für zehn Jahre als Organist ins Stift zurück. Danach wurde er Professor in Wien.
„Zeit seines Lebens kam er gerne nach St. Florian und spielte an Festtagen die berühmte ,Krismann-Orgel‘. Unter dieser wurde er – seinem Wunsch gemäß – nach seinem Tod 1896 bestattet“, erklärt Sonnleitner, der selbst Kirchenmusiker ist und zur Zeit in Attnang das pastorale Jahr absolviert. Die „Krismann-Orgel“ wird seit 1930 „Brucknerorgel“ genannt und ist mit einigen Werken des Meisters Thema der Führung. Bruckner arbeitete in dem von ihm bewohnten Gastzimmer, das im Rahmen der Führung ebenfalls besichtigt wird, an seinen Werken. Auch eine Originalhandschrift wird zu sehen sein. Mit einigen Anekdoten, die nicht immer ganz ernst zu nehmen sind, wird Sonnleitner das Leben des schrulligen Komponisten illust-rieren. Etwa sein geliebtes „englisches Bett“, das sich im Besitz des Stiftes befindet.
„Anton Bruckner und St. Florian“, 30. Sept., 15 Uhr. Um Anmeldung wird gebeten: Tel. 07224/89 02-10. Treffpunkt: Stiftspforte, Eintrittskarten: S 60,–.