Der Vorsitzende der belgischen Bischofskonferenz, Kardinal Godfried Danneels, hat sich für eine dringende Reform der Bischofssynoden ausgesprochen. Die Synode, bei denen Bischöfe aus der ganzen Welt nach Rom kommen, ist nach Auffassung des Konzils das wichtigste Kollegialorgan der Kirche. In den vergangenen 20 Jahren wurde sie immer stärker von der römischen Kurie bevormundet und in ihrem eigenständigen Wirken beschränkt. Danneels forderte eine aktivere Rolle für die Moderatoren, die derzeit das Synodengeschehen kaum mitgestalten können. Weiters trat er dafür ein, dass die Synodenväter die Möglichkeit haben, über die einzelnen Rednerbeiträge zu diskutieren. Außerdem wünscht sich Danneels eine thematische statt einer sprachlichen Einteilung der Arbeitsgruppen.Die im Oktober stattfindende Synode, die über das Bischofsamt beraten soll, sieht Kardinal Danneels als „verpasste Chance“, weil die Frage der Bedeutung der bischöflichen Kollegialität für die Kirchenführung nicht auf der Tagesordnung steht und Debatten darüber nicht vorgesehen sind. Außerdem kritisiert Danneels, dass die Bischöfe wiederum gehindert würden, eigenständig mit Journalisten Kontakt aufzunehmen, um ihnen ihre Anliegen ungefiltert zu vermitteln.