Wie erklärt man Kindern die unfassbaren Terroranschläge, wie sie in den USA passiert sind?
Wir möchten einige Impulse geben und sprachen darüber mit der Linzer Dipl. Ehe-, Familien- und Lebensberaterin Karin Remsing und der Referentin für Ehe- und Familienbildung Mag. Andrea Holzer-Breid. Beide sind selber Mütter.
Was lässt sich in Familien tun?
Im Gespräch zunächst feststellen, was dem Kind im Kopf herumgeht! Das kann sehr verschieden sein – je nach Alter, Temperament und Geschlecht. Buben sehen das Ganze oft aus der Computerspielperspektive – als Spiel- oder Filmszene. Mädchen bringen sich oft stark auf der Gefühls-ebene ein und fühlen sich bedroht. Gemeinsames Verfolgen der Berichterstattung ermöglicht sofortiges Aufgreifen von entstehenden Ängsten und Fragen. Das Beschränken des Fernsehkonsums ist jedenfalls sinnvoll. Die Ereignisse zeigen zudem, wie „endlich“ das Leben ist. Es verlangt von den Eltern, offen über den Tod zu reden.
Reißerische Berichterstattung und Diskriminierung von Andersartigkeit soll man lautstark kritisieren. Besonders wichtig ist es auch, sich mit den Kindern kritisch mit den Weltzusammenhängen auseinander zu setzen. Es gibt nicht die (amerikanische) Wahrheit, es gibt viele Wahrheiten. Schwarz-weiß-Malerei ist unglaubwürdig. Vom „Kampf des Guten gegen das Böse“ zu reden, war z. B. der erst neunjährigen Olivia total suspekt.
Was soll man antworten, wenn das Kind angstvoll fragt, Mama, Papa, kommt jetzt Krieg?
Wir sollen die eigene Angst und Ohnmacht nicht verschweigen. Man soll den Kindern aber klarmachen, dass es wie in jedem Konflikt mehrere Lösungen gibt und dass auf Völkerverständigung und Vernunft zu hoffen ist. Ängstlichen Buben und Mädchen kann man sagen, dass es relativ unwahrscheinlich ist, dass Österreich von einem Krieg bedroht ist. Es hilft auch sehr, (kleinen) Kindern klar zu machen, dass sie in der Familie so gut es geht immer beschützt werden und dass wir letztlich alle unter dem Schutz Gottes stehen. Helfen kann auch, wenn Kinder mit älteren Menschen über den Krieg reden können, wie diese ihn erlebt haben.
Was können wir für das eigene Leben lernen?
Frieden ist ein Prozess, auch in der Familie. Selbst im Streit mit Bruder und Schwester müssen wir eine für alle zufrieden stellende Lösung finden.