Nach einer beliebig kurzen Gehstrecke stehen zu bleiben und so zu tun, als würde einen im Schaufenster etwas interessieren, ist der Grund für die Bezeichnung Schaufensterkrankheit. So gesehen müsste sie auf dem Land eigentlich anders heißen. Die Blutgefäße der Beine befördern nur so wenig Blut in die Beine und Füße, dass nach kurzer Zeit der Belastung Sauerstoffmangel im Gewebe zu Schmerzen führen. Nach der Rast am Schaufenster geht es wieder ein Stück, bis sich der Vorgang wiederholt. Gefäßverkalkung (Arteriosklerose) ist die Ursache, diese kann an verschiedenen Stellen im Bein oder Becken die Gefäße verengen oder gar verschließen. Ers-te Anzeichen sind kalte Füße, später Taubheitsgefühl oder Schmerzen bei Belastung (siehe oben) und schließlich diese Beschwerden auch in Ruhe. Abgestorbene schwarze Zehen oder Füße als letztes Stadium sollten eigentlich Vergangenheit sein. Die Entstehung der Arteriosklerose füllt Bände, die Ursachen sind heutzutage fast allen bekannt: Rauchen, hohes Cholesterin, hohes Homocystein im Blut (darüber und über die Behandlungsmöglichkeiten lesen Sie demnächst!), Diabetes mellitus, Bewegungsmangel, zu viel Stress, falscher Lebensstil, Bluthochdruck. Die Verkettung dieser Risikofaktoren macht die Sache nur noch schlimmer. Die Therapie hinkt hinten nach, entscheidend ist die Vorbeugung. Risikofaktoren vermeiden ist oberstes Gebot.
Dr. Franz Daringer, leitender Arzt des Kneipp-Kurhauses der Marienschwestern in Aspach