Bereits wenige Tage nach seiner Veröffentlichung löste der „Sozialbericht“ der christlichen Kirchen Österreichs positive Reaktionen bei den Parteien aus. „Der Bericht ist objektiv geschrieben und zeigt sehr klar die Probleme des Sozialstaates auf. Er beschönigt nichts und fordert zum Handeln heraus.“ So kommentierte der Sozialsprecher der ÖVP, Gottfried Feurstein, die auf 522 Eingaben basierende kirchliche Bestandsaufnahme der sozialen Situation. Für Feurstein sind vier Bereiche des Berichtes besonders wichtig: kinderreiche Jungfamilien mit finanziellen Problemen, ältere Frauen ohne unmittelbare soziale Absicherung, die Diskrepanz bei Frauengehältern und Probleme von alleinerziehenden Eltern. Es müsse Ziel sein, alle Österreicher in ein Netz sozialer Sicherheit einzubeziehen. SPÖ-Sozialsprecherin Heidrun Silhavy würdigte das Bemühen der Kirchen, mit dem Projekt „Sozialwort“ eine breit angelegte Diskussion über die Zukunft des Sozualstaates in Gang zu bringen. Besondere Anregungen sieht sie in den Forderungen zu einer bedarfsorientierten Mindestsicherung und zu den Arbeitsbedingungen. Der Sozialsprecher der Grünen, Karl Öllinger, begrüßte die Einmischung der Kirche in die Politik und unterstützte vor allem die Forderung nach „gesetzlichem Schutz vor Armut“.