Amos nimmt die Wohlhabenden aufs Korn, die es sich gut gehen lassen auf Kosten anderer. Ihr Leben ist ein einziges „Fest“, diese „Faulenzer“ brauchen nicht zu arbeiten – das tun andere für sie. Das Schlimmste dabei aber ist ihre gedankenlose Sorglosigkeit und überhebliche Selbstsicherheit.
Weh den Sorglosen auf dem Zion und den Selbstsicheren auf dem Berg Samaria.
Ihr liegt auf Betten aus Elfenbein und faulenzt auf euren Polstern. Zum Essen holt ihr euch Lämmer aus der Herde und Mastkälber aus dem Stall. Ihr grölt zum Klang der Harfe, ihr wollt Lieder erfinden wie David. Ihr trinkt den Wein aus großen Humpen, ihr salbt euch mit dem feinsten Öl und sorgt euch nicht über den Untergang Josefs. Darum müssen sie jetzt in die Verbannung, allen Verbannten voran. Das Fest der Faulenzer ist nun vorbei.
2. Lesung 1 Tim 6, 11–16
Paulus erinnert Timotheus an Grundhaltungen, auf die er – und alle Christinnen und Christen – verpflichtet sind: Tugenden, die Gläubigen nicht ein für alle Mal bei der Taufe erhalten. Jede und jeder muss danach streben, sie erhalten und durchtragen. Du aber, ein Mann Gottes, flieh vor all dem. Strebe unermüdlich nach Gerechtigkeit, Frömmigkeit, Glauben, Liebe, Standhaftigkeit und Sanftmut. Kämpfe den guten Kampf des Glaubens, ergreife das ewige Leben, zu dem du berufen worden bist und für das du vor vielen Zeugen das gute Bekenntnis abgelegt hast. Ich gebiete dir bei Gott, von dem alles Leben kommt, und bei Christus Jesus, der vor Pontius Pilatus das gute Bekenntnis abgelegt hat und als Zeuge dafür eingetreten ist: Erfülle deinen Auftrag rein und ohne Tadel, bis zum Erscheinen Jesu Christi, unseres Herrn, das zur vorherbestimmten Zeit herbeiführen wird der selige und einzige Herrscher, der König der Könige und Herr der Herren, der allein die Unsterblichkeit besitzt, der in unzugänglichem Licht wohnt, den kein Mensch gesehen hat noch je zu sehen vermag: Ihm gebührt Ehre und ewige Macht. Amen.