Fremdsprachigen-Seelsorge und Flüchtlingsberatung laden dazu ein
Ausgabe: 2001/39, Sonntag, Völker, Ausländersonntag, Tisch, Früchte, USA, Liebe
25.09.2001
- Matthäus Fellinger
Die Spannung unter den Völkern steigt nach dem Terroranschlag vom 11. Oktober in den USA. Die Kirche setzt ein kräftiges Zeichen der Verbindung: Sie lädt zum „Sonntag der Völker“.
Jahr für Jahr um diese Zeit treffen sich im Neuen Dom in Linz Christen der verschiedensten Volksgruppen zum „Sonntag der Völker“. Um 10 Uhr ist Festmesse mit dem Diözesanbischof, an-schließend ein „multikulturelles Fest“ am Domplatz. Heuer geht es um mehr als um ein routinemäßig geplantes Fest. Auch die moslemische Gemeinde wurde zum Fest um den Linzer Dom eingeladen. Solche Begegnungen gab es schon letzten Sonntag in Ans-felden oder in Steyr-Tabor (siehe Seite 8).Terror und Fundamentalismus werden heute allzu leicht den Religionen unterstellt – den Christen in Nordirland, dem Islam jetzt in Amerika. Dabei sind andere Kräfte und Interessen im Spiel. Reli-gion hat eine verbindende Kraft, die der Gewalt und dem Rassismus den Boden entzieht.
Das Leben der Ausländer/in-nen braucht Aufmerksamkeit
Der Sonntag der Völker sollte heuer diese Verbindung unter den Nationen besonders unterstreichen. Gerade die Religion und der Glaube sollten festigende und verbindende Kräfte unter den Menschen freisetzen, statt Menschen zu trennen. So sieht es Dr. Laszlo Vencser, Leiter der Fremdsprachigen-Seelsorge in der Diözese Linz. Auch wenn in vielen Pfarren am kommenden Sonntag der Erntedank im Vordergrund steht, so sollte man unbedingt das Anliegen der Gemeinschaft unter den Völkern aufgreifen, regt er an. Für ihn geht es aber über den Sonntag der Völker hinaus um die Aufmerksamkeit für die Fremden. Es kann nicht dabei bleiben, an einem einzelnen Tag bei den Fürbitten an Fremdsprachige, Flüchtlinge und Gastarbeiter zu denken. „Die Fremden müssen wir besser in unsere Gemeinden hereinholen“, meint Vencser – durch Gebetsstunden etwa, durch Gesprächsangebote.Die „Vielfalt der Früchte“ zeigt das Plakatmotiv zum Sonntag der Völker. Es verdeutlicht so die Vielfalt der Menschheit. Die Pfarren könnten die Einstellung zu Fremdsprachigen positiv beeinflussen, indem sie etwa darauf achten, was und wie über Fremde gesprochen wird – im privaten wie im öffentlichen Bereich. So regen es die Veranstalter des Sonntags der Völker an. Das Schicksal von Menschen anderer Völker in unserem Land gilt es besser wahrzunehmen. Vor allem die Hilfesuchenden darf man nicht im Stich lassen.
Sonntag der Völker in Linz, Neuer Dom. 10 Uhr: Messe mit Bischof Aichern. Fest der Völker bis 14 Uhr am Domplatz.