Computerfreak oder Leseratte? – Das schließt sich nicht aus, im Gegenteil. Viele Kinder finden: „Lesen ist genauso cool wie computern!“
Vielleser/innen nutzen die neuen Medien am intensivsten, wie eine neue Leseforschungsstudie belegt. Manche Kinder tauschen sich mit anderen auch gern in Chat-Rooms über Gelesenes aus – immer mehr haben Web-Zugriff. Die Leselust hat nach der neuen Kids-Verbraucheranalyse (KVA) sogar zugenommen. Büchereien erleben einen regen Zulauf – sie punkten bei Kindern heute oft mit attraktiven Angeboten, z. B. mit Lesenächten. Und jedes zehnte Buch, das in Buchhandlungen über den Ladentisch wandert, ist ein Kinder- oder Jugendbuch: Meist erstehen Eltern, Pat/innen sowie Opas und Omas, erfreut über so viel Interesse am Gedruckten, gerne und verlässlich die Wunschobjekte der Kinder. „Ach, hätte es zu unserer Zeit solche Bücher gegeben!“, sehen sich heutige Erwachsene oft ein wenig Leid. In der Tat: Nie zuvor gab es einen solchen Schatz an Kinderbüchern von so hoher Qualität. Neben bekannten Autor/innen wie Recheis, Lindgren, Nöstlinger, Egli, Mayer-Skumanz, Welsh, Stein-Fischer und Wippersberg – um nur einige zu nennen, gibt es immer mehr gute (noch) unbekanntere Kinderbuch-Autor/innen. Wie Inge Cevala von der Kinder- und Jugendbuchstelle in Wien (www.stube.at) weiß, ist Abenteuerliches und phantastische Literatur (Harry Potter-Bände waren Vertreter dieses Genres) sehr gefragt, aber auch Bücher, die die Lebensrealität spiegeln und bei der Suche nach Sinn und Orientierung behilflich sind, oder solche, die Sachwissen vermitteln. Vor allem Mädchen sind für Beziehungsgeschichten empfänglich und Buben noch mehr als Mädchen für Sachbücher. Diese sind oft Lese-Einstiegshilfen für Lese-Banausen, die es freilich auch gibt.
Was Kinder bewegt
Heutige Kinderbücher tragen oft zu Problemlösungen bei. Inge Cevela sieht eine Chance für Erwachsene darin, über die neuen Bücher vieles über Kinder und ihre Gefühle, etwa im Zusammenhang mit einer Scheidung, zu erfahren. Lobend erwähnt sie auch die kindgerechte Aufarbeitung anderer schwierigerer Inhalte, wie philosophische und religiöse Themen sowie Historisches, konkret z. B. Bücher über den 2. Weltkrieg.
Auch wenn Kinder die schönen und qualitativ hochwertigen Bücher erfreulicherweise als Ergänzung zur Welt des Internets für sich entdeckt haben, hat der neue Trend eine Kehrseite: Weil die Freizeit neben der Schule ja nicht mehr wurde, kommen notwendige Außenaktivitäten und freies Spielen in frischer Luft bei den Kids oft zu kurz. Dies zu fördern ist eine neue Herausforderung für gute Eltern.
Tipp:
Manche sagen ...
„Manche sagen noch immer Mongolismus. Wir sagen Down-Syndrom. Eltern und Freunde nennen Menschen mit Down-Syndrom bei ihrem Namen!“ Eine Aussage betroffener Eltern, die sich vor sechs Jahren zu einem Verein zusammenschlossen und intensive Aufklärungsarbeit leisten. Nun ist ihre Informationsbroschüre „Ein Kind mit Down-Syndrom“, ein Nachschlagewerk für Eltern, in zweiter Auflage erschienen. Es wird in den gesamten deutschsprachigen Raum verschickt (Unkostenbeitrag: S 40,- plus Porto). Ebenfalls beim Verein zu beziehen sind die beiden Broschüren zur Integration in Kindergarten und Schule.
Infos und Bestellungen bei Renate Moser, Hauptstraße 62, 4224 Wartberg ob der Aist, Tel. 07236/79 09 oder E-Mail renate.moser@borealisgroup.com