1600 Sängerinnen und Sänger aus 82 Kirchenchören erhoben kürzlich bei einem Treffen der OÖ Chöre ihre Stimmen. Damit in unseren Kirchen Musik erklingt, hat die Diözese Linz vor fast zehn Jahren u.a. das Konservatorium für Kirchenmusik gegründet.
„Immer singen sie dieselben alten Hadern“, beschwerte sich eine Gottesdienstbesucherin bei einer Sonntagsmesse. Damit neues Liedgut entsteht, muss dieses komponiert und auch unter die Leute gebracht werden. Das ist eine der Aufgaben des „Konservatoriums für Kirchenmusik der Diözese Linz“. 196 Schüler/innen haben das Diözesankonservatorium seit der Gründung im Jahr 1992/93 besucht, 43 davon sind Kirchenchorleiter/innen. Heuer haben sich 58 Musiker/innen für diese Ausbildung in Kirchenmusik entschieden. Wolfgang Kreuzhuber, Direktor des Kirchenmusik-Konservatoriums, ist über das Interesse hocherfreut: „Wir haben unheimlichen Zuspurch und können gar nicht alle aufnehmen.“ Nicht nur die künftigen Kirchenmusiker/innen haben etwas von der Ausbildung, auch die Diözese Linz profitiert 1 zu 1 davon: „Die Leute kommen aus den Pfarren und gehen auch dorthin zurück“, berichtet Kreuzhuber. „Bei uns lernt man das, was man in den Pfarren braucht. Das neue geistliche Lied oder Kinderlieder, Kompositionen, Arrangements ... all das wird bei uns unterrichtet.“Das Diözesankonservatorium bietet drei Lehrgänge an, die jeweils an einem Wochentag zu absolvieren sind. Stimmbildung, Chorleitung, Orgel, deutscher Liturgiegesang, Tonsatz, gregorianischer Choral ... darin werden die Kirchenmusiker/innen geschult. Schülerin Christine Fürst schätzt den guten Erfahrungsaustausch unter den Chorleiter-Kollegen: „Ich hole mir hier die Motivation für die Chorarbeit zu Hause.“
Musik ist nicht nur das Lebenselexier von W. Kreuzhuber, Musik hat auch eine wichtige Funktion in der Liturgie. Kreuzhuber: „Musik ist mehr als Worte. Das Mystische der Musik ist uns ein wichtiges Anliegen. Wir wissen nicht, was die Zukunft bringt. Aber die Gemeinden sollen feiern können – mit und ohne Pfarrer.“ In jedem Fall dürfte eines klar sein: Die Aufgaben für Kirchenmusiker/innen wachsen.