Der amerikanische Arzt Howard Hay heilte seine Nierenerkankung, indem er eigene Gesetze der Ernährung aufstellte. Diese fordern eine Trennung von Eiweiß und Kohlehydraten, sie dürfen also nicht miteinander gegessen werden. Nach dieser Theorie vertragen sich Fleisch und Geflügel nicht mit Knödel, dicken Soßen, Kartoffeln und Reis. „Neutrale Lebensmittel“ – Gemüsesorten, Blattsalate, Käse mit mehr als 60 % Fett i. Tr., usw. – können mit beiden Gruppen gemischt werden. Wenn diese Trennung nicht eingehalten wird, bleiben nach Hay die Kohlehydrate unverdaut und gären. Die Gärstoffe würden den Körper belasten. Weiters werden Säure bildende und Basen bildende Nahrungsmittel unterschieden, die im Verhältnis 80 zu 20 kombiniert werden sollen. Trennkost wird von ihren Anhänger/innen u. a. bei Rheuma, Nierenerkrankungen, Diabetes, Krebs und neuerdings zur Gewichtsreduktion empfohlen. Die Theorie ist physiologisch nicht nachvollziehbar, die Wirksamkeit ist nicht auf die spezielle Art der Trennung oder der basisch-säuernden Nahrungsmittel zurückzuführen. Ich will der Trennkost eine brauchbare Wirksamkeit nicht absprechen. Sie beruht wahrscheinlich auf einem besseren Umgang mit der Nahrung im Sinne der Nahrungspyramide, also einer Reduzierung von Fleisch und Wurst und einer Steigerung des Gemüseverzehrs. Das betrifft auch die Gewichtsreduktion. Trennkost allein ist es nicht, sondern auch die deutliche Einschränkung der Nahrung.
Dr. Franz Daringer, leitender Arzt des Kneipp-Kurhauses der Marien-schwestern in Aspach