Die Monstranz aus der ehemaligen Stiftskirche Ranshofen stammt aus der Barockzeit (1682) und wurde in Augsburg von Georg Reischle angefertigt. Nicht nur Funktion und Gestaltung in Form einer Sonne („Sonnenmonstranz“) sind interessant, sondern auch der gesamte Schmuck des liturgischen Geräts: Die Auswahl der Schmucksteine, der Hinweis auf den Propst, der diese Monstranz in Auftrag gab.Am Fuß der Monstranz sind vier Szenen aus dem Christusleben (Emailtechnik) zu sehen.
Besonders hervorzuheben ist aber das vorgestellte Marienprogramm: Im unteren Bereich wird Maria mit Kind, Zepter und Engeln gezeigt. Rund um das Fenster, das herzförmig gestaltet ist, mit Steinen und einem Strahlenkranz besonders betont, sind neben anderen kleineren Elementen Medaillons, die von Granaten gerahmt sind, angebracht. Sie sind in roter, weißer und gelber Farbe gehalten und zeigen die Rosenkranzgeheimnisse des Schmerzhaften, Freudenreichen und Glorreichen Rosenkranzes. Sie sind auch technisch, als Art Ton-in-Ton Malerei, in guter Qualität ausgeführt. Die Dominikanerlegenden erzählen, dass Maria dem hl. Dominikus die Gebete („Gesetze“) des Rosenkranzes gelehrt bzw. ihm den Rosenkranz überreicht habe. Im Jahre 1475 erklärten die Dominikaner in Köln Maria zur „Königin des Rosenkranzes“, von da an nimmt die Rosenkranzverehrung einen großen Aufschwung.