Ordensfrauen, Priester und Entwicklingshelfer in allen Kontineten
Ausgabe: 2001/42, Ordensfrauen, Priester, Entwicklungshelfer, Kontinente, Dritte Welt, Mission, Sei so frei, Entwicklungsdienst,
16.10.2001
- Josef Wallner
Oberösterreich ist eine „Großmacht“ in der Hilfe für Menschen in der „Dritten Welt“. An die 130 Ordensfrauen, Priester und Entwicklungs-helfer/innen stehen zur Zeit im Einsatz.
Mission und Entwicklungszusammenarbeit haben in Oberösterreich Tradition und sind untrennbar mit zwei Namen verbunden: mit Eduard Ploier und Erzbischof Dr. Alois Wagner. Sie verstanden es, aus der Begeisterung für die „Dritte Welt“, die in den sechziger Jahren die Kirche erfasst hatte, Institutionen zu schaffen, die bis heute Säulen der kirchlichen Entwicklungszusammenarbeit sind. So betrieben sie die Gründung des Österreichischen Entwicklungsdienstes (ÖED) und den Aufbau der Aktion Bruder in Not/Sei So Frei.
Über den ÖED und über das ebenfalls von kirchlichen Gruppen getragene Institut für internationale Zusammenarbeit (IIZ) gaben in den vergangenen vier Jahrzehnten 280 Oberösterreicher/innen in der „Dritten Welt“ ihr Können weiter. Zur Zeit bereiten sich drei Männer aus Oberösterreich auf ihren Einsatz in der „Dritten Welt“ vor. Sebastian Stadler aus Oberkappl ist gelernter Tischler und Krankenpfleger. Der 26-Jährige über seine Motivation für zwei Jahre nach Papua-Neuguinea zu gehen und in einer Berufsschule Tischler auszubilden: „Das ist mein Beitrag für eine gerechtere Welt, auch wenn es nur ein Tropfen auf den heißen Stein ist.“Ebenfalls als Berufschullehrer für Tischler wird Gerhard Stöglehner arbeiten. Er beschäftigte in seinem Heimatort Neumarkt im Mühlkreis bis zu fünf Gesellen und drei Lehrlinge. Um nach Uganda gehen zu können, hat er seinen Betrieb aufgegeben.
Im Rahmen des Zivildienstes wird Michael Svoboda, Maturant der Linzer Khevenhüller-Schule, in der Universität der Stadt Bilwi (Nikaragua) die EDV betreuen. Da Horizont 3000 (ehemals ÖED und IIZ) die Universität mit Mittel der Katholischen Männerbewegung aufgebaut hat, wird Svoboda von Horizont 3000 in Wien für seinen 14-monatigen Job geschult. Sein Zivildienst dauert mehr als doppelt so lange als der Präsenzdienst. Alle drei „Entwicklungshelfer“ haben kirchliche Wurzeln. Durch seine Eltern gehört Svoboda zum Dunstkreis der Christlichen Betriebsgemeinde Voest, Stadler ist ebenfalls durch seine Eltern die Katholische Aktion bestens vertraut und Stöglehner arbeitete in der Katholischen Jungschar und Jugend mit.