Angst gehört zur Persönlichkeit des Menschen, sie ist Bestandteil des Lebens. Sie kann auch anspornen und Höchstleistungen vollbringen lassen. Ein qualvolles, unbestimmtes, beengendes Gefühl ausgeliefert zu sein ist das Prinzip der Angst. Man unterscheidet die Realangst (Bedrohung von außen, Lebens-, Gesundheitsbedrohung), die Existenzangst (Fehlen von Geborgenheit, Schutzlosigkeit) und die neurotische Angst (Ursprung ist nicht bewusst, nicht auf Bestimmtes bezogen). Die Grenzen sind oft übergreifend. Angst ist immer köperlich und seelisch zugleich. Herzklopfen, zugeschnürte Kehle, Zittern, Schwitzen u. a. sind ihr Ausdruck. Angst ist etwas Natürliches, davon abzugrenzen sind Phobien, die sich auf bestimmte Situationen oder Sachen beziehen. Platzangst (Agarophobie) ist die Angst über die Straße oder einen freien Platz zu gehen, das Gegenteil ist die Klaustrophobie (Angst in engen Räumen, in einer Menschenmenge), es gibt die Angst vor bestimmten Tieren, und es gibt die sogenannte Sozialphobie: Angst vor Auftritten, angesehen zu werden, mit anderen Leuten sprechen zu müssen, bei Prüfungen zu versagen, Kontakte zu knüpfen usw. Wegen starker Erwartungsangst vermeiden die Leute bestimmte Situationen mit oft schwerwiegenden Folgen. Dadurch ergeben sich schulische oder berufliche Probleme, Abhängigkeiten, fehlende Kontakte. Das führt zu Isolation, Depressionen, Missbrauch von Alkohol und Drogen, schlimmstenfalls zu Selbstmord. Frühzeitige Behandlung mit Psychotherapie und wenn nötig kombiniert mit Psychopharmaka kann helfen. Dr. Franz Daringer, leitender Arzt des Kneipp-Kurhauses der Marien-schwestern in Aspach