Im Norden Nigerias sind am vergangenen Wochenende bei blutigen Unruhen zwischen Muslimen und Christen in der Stadt Kano nach Augenzeugenberichten mehr als 200 Menschen ums Leben gekommen. Tausende Christen sind in Polizeistationen und Militärgebäude geflüchtet. Nach Angaben des Gouverneurs des Bundesstaates, Ibrahim Gwawargwa, wurden auch Geschäfte von Muslimen und Christen geplündert sowie eine Moschee und drei Kirchen angezündet.
Seit der Einführung der Scharia in elf Bundesstaaten des westafrikanischen Landes ist das Verhältnis zwischen Muslimen und Christen äußerst gespannt. Allein in der Stadt Jos sollen seit Ende August über 5000 Menschen getötet worden sein. In Kano, wo die Christen als Eindringlinge betrachtet werden, kommt es seit 20 Jahren zu gewaltsamen Zusammenstößen. Nigerias Staatspräsident Obasanjo sagte nach einem Besuch in Kano, die „sinnlose Gewalt“ müsse aufhören.