„Ich kämpfe massiv für den Sonntag, aber ich halte ihn für nicht rettbar, weil alle gesellschaftlichen Tendenzen auf Auflösung traditioneller Strukturen zielen“, erklärt der Wirtschaftspädagoge Karlheinz Geißler bei einer Tagung des Instituts für Pastorale Fortbildung in Linz. In der Bibel steht: „Alles zu seiner Zeit!“ und wir tendieren zu: „Alles zu jeder Zeit.“ Das ist die Veränderung und das Internet ist das Symbol dafür.
Das Internet löst alle traditionellen Zeitmuster auf, es kennt keinen Tag mehr, keine Nacht und kein Weihnachten. Das erleben Menschen auf der einen Seite als Befreiung, auf der anderen Seite ist es eine Last, permanent selbst entscheiden zu müssen, wann ich schlafen oder einen Feiertag machen will. Die „Internetzeit“ strukturiert das Leben umd macht aus Familien Wohngemeinschaften. Die Kirche bietet in dieser Situation, so Geißler, ein Gut an, das immer wertvoller und gesuchter wird: nämlich Ruhe und Orte der Besinnung.