Nicht als Konkurrenz, sondern als „Ergänzung“ versteht sich die „Ethikkommission für die Bundesregierung“, die am Mittwoch vergangener Woche vorgestellt wurde. Während in der von Bundeskanzler Wolfgang Schüssel eingerichteten offiziellen Ethikkommission unter Vorsitz des Wiener Gynäkologen Johannes Huber nur Mediziner, Theologen, Philosophen, Techniker und Vertreter der Pharmaindustrie vertreten sind, besteht die neue Kommission hauptsächlich aus Betroffenen aktueller bioethischer Diskussionen. Man hoffe bald mit der Regierung „gut zu kooperieren“ und ihr eine „zweite Meinung“ anbieten zu können.Vorsitzende der neuen Kommission ist Birgit Primig-Eisner von der „Lebenshilfe“ Österreich. Weitere Mitglieder sind unter anderem die Generalsekretärin der „Aktion Leben“-Österreich, Gertraude Steindl, die Behinderten-Beauftragte der Universität Innsbruck, Patrizia Egger, sowie Helene Jarmer, die Präsidentin des Österreichischen Gehörlosenbundes.
Martin Ladstätter vom Zentrum für Selbstbestimmtes Leben „BIZEPS“ kritisierte bei der Präsentation der neu gegründeten Kommission den Druck zu pränatalen Untersuchungen. Diese bezeichnete er als „Rasterfahndung nach behindertem Leben“.