„Das Fest Allerheiligen wird in der Volksfrömmigkeit und in der religiösen Volkskunst bereits vom Allerseelenfest überlagert. Auch auf diesem Andachtsbild – es ist dies eine Buchillustration aus dem 18. Jahrhundert – sind neben Heiligen im Himmel und dem Gottesvolk auf Erden die Armen Seelen im Fegefeuer dargestellt“, erklärt Volkskundler Dr. Dietmar Assmann. Im „Lexikon der letzten Dinge“ – einem Nachschlagwerk, das sich mit allem befasst, was mit dem Ende der Dinge, der Menschen und der Welt zusammenhängt – wird darauf hingewiesen, dass im griech.-röm. Kulturbereich die Vorstellung verbreitet war, die ruhelosen, unbefriedigten Seelen würden besonders in den Monaten November bis Februar umherwandern. Im alten Rom wurden die wichtigsten Totengedenkfeiern im Februar abgehalten. Im Alpenraum galten die Tage vom 30. Oktober bis 8. November als „Seelenzeit“. Benediktinische Mönche von Cluny legten Anfang des 11. Jahrhunderts den 2. No-vember im Jahreskreis als Gedenktag fest. 1311 hat die röm.-kath. Kirche diesen Tag als „Allerseelentag“ kanonisiert.