Diese Wohlstandskrankheit – meistens Folge eines erhöhten Fleisch-und Alkoholgenusses – ist eine Stoffwechsel-störung, bei der durch purinreiche Ernährung (Fleisch, Innereien) und Alkohlkonsum der Harnsäurespiegel im Blut steigt. Die Salze der Harnsäure lagern sich im Körper, bevorzugt in kleinen Gelenken ab. Nach jahrelang unbemerkten erhöhten Blutwerten können plötzlich Beschwerden auftreten. Der akute Gichtanfall ist äußerst unangenehm. Meist ist die große Zehe stark geschwollen, gerötet, heiß und bei geringster Bewegung und Berührung sehr schmerzhaft. In diesem Fall das Gelenk ruhig stellen und mit kühlen Umschlägen (Lehm, Topfen) oder Senfwickeln behandeln. Viel trinken (Wasser, Brenn-nesseltee) fördert die Ausschwemmung der Salze und ist auch eine dauerhafte Vorbeugung. Eine sofortige Diät mit Verzicht auf Fleisch, Suppe, Innereien, Hülsenfrüchten und Alkohol ist sinnvoll. Vielfach wird ein Medikament notwendig sein, das die Harnsäure gezielt ausscheiden lässt. Zur weiteren Vorbeugung ist eine Kostumstellung notwendig. Fleisch, Fisch und Wurst müssen reduziert werden, die Eiweißquellen sollten vorwiegend magere Milchprodukte sein. Innereien sind verboten. Rindsuppe, Fleischextrakte, Hefeprodukte (auch Weißbier) meiden, ebenso Linsen, Erbsen und Kohl. Das Körpergewicht muss langfristig in kleinen Schritten dem Normgewicht genähert werden. Starke Reduktionsdiäten (Crashdiäten), bei denen man kurzfristig viel abnimmt, können Gichtanfälle sogar auslösen.