- Josef Wallner und Kommentar von Maria Haunschmidt
Wenn Männer Gefühlen mehr Platz im Leben geben wollen, stoßen sie oftmals an „weibliche“ Grenzen.
Die Behauptung der Wiener Psychoptherapeutin und Wirtschaftstrainerin Christine Bauer-Jelinek ist verblüffend: Nicht die traditionellen, sondern die neuen Männer geraten in jüngster Zeit verstärkt unter Druck. Der Slogan „Macht ist männlich“ ist nur die halbe Wahrheit, so die Therapeutin. Auch wenn ihre Aussagen stets Entrüstung auslösen, weist sie auf die Frauenmacht hin, die Männer erleben: Männer fühlen sich unter anderem von emotionalen Übergriffen überrollt, abhängig von den eigenen Müttern und Frauen sowie abhängig im Bereich der Sexualität. Soll ein neues Verhältnis zwischen Mann und Frau entstehen, müssen beide Macht abgeben: Männer aus dem „Außenbereich“, zu dem Politik, Wirtschaft und Gesellschaft gehören, Frauen aus dem „Innenbereich“ der Beziehung und Kommunikation.
Kommentar
Bärenstark
„Wenn man gelobt wird, ist man bärenstark“, verriet der bekannte Kinderbuchautor Willi Fährmann in einem Interview. Er erfuhr am Anfang seiner Laufbahn bestärkendes Lob und wurde so zum weiteren Geschichtenschreiben angespornt. Auch wenn nicht jede/r Schriftstellerin werden wird, steht fest: Freundliches Lob und ermutigende Aner-kennung von Bemühungen sind ein Elexier in jedem Lebensalter, besonders aber für Kinder. Fest steht auch: Wohlwollende begleitende Schritte zum „Werden“ kosten nichts, sind aber unvergleichlich wertvoller als das heute oft übliche „Haben“ mit Geldzustecken und vermeintlichem Freikaufen – echt „bärenstark“ halt.