Ausgabe: 2001/45, Entwicklungshilfe, Geld, Brief, Justitia et Pax, KA
06.11.2001
- Kirchenzeitung der Diözese Linz
Die Katholische Aktion und die kirchliche Kommission „Justitia et Pax“ appellierten in einem Brief an die Abgeordneten zum Nationalrat, die Mittel für die Entwicklungszusammenarbeit (EZA) schrittweise aufzustocken. Dafür soll der Nationalrat einen verbindlichen Stufenplan für die nächsten Jahre vorlegen. Anlass für den kirchlichen Vorstoß ist das geplante neue Gesetz für die Entwicklungszusammenarbeit. Im Regierungsentwurf, der im November dem Parlament zur Beschlussfassung vorgelegt wird, fehlen trotz entsprechender Kritik kirchlicher EZA-Organisationen konkrete Angaben über die Höhe der staatlichen Entwicklungshilfe. Mit 0,22 Prozent des Bruttosozialprodukts liegt Österreich mit seinen EZA-Ausgaben deutlich unter dem EU-Durchschnitt. Besonders drastisch sind in den vergangenen Jahren die Mittel für die direkte (bilaterale) Entwicklungshilfe gekürzt worden. So beträgt der Budgetansatz 2002 für die Programm- und Projekthilfe nur mehr 756 Millionen Schilling. Vor zwei Jahren wurde dafür noch eine Milliarde bereitgestellt. Besonders betroffen von diesen Kürzungen sind private Hilfsorganisationen, die zum Teil bereits vereinbarte und projektierte Hilfsprogramme nicht mehr durchführen können. „Justitia et Pax“ fordert, die für 2002 geplanten Kürzungen zurückzunehmen.