Kommentar von Walter Achleitner: Osthilfe braucht eine Seele
Ausgabe: 2001/45, Osthilfe, Halbherzig
06.11.2001
- Walter Achleitner
Der Beschluss der Bischofskonferenz, die eigene Abteilung für Osteuropa aufzulösen und die Hilfsschillinge von Missio abwickeln zu lassen, wird als überfällige Strukturbereinigung dargestellt. Wie der „Süden“, so zählt nach dem Kalten Krieg nun auch der „Osten“ zur Weltkirche. Warum also nicht Verwaltungskosten sparen? Tatsache aber ist auch, dass seit dem Zusammenbruch des Kommunismus die österreichweite Ostarbeit halbherzig erfolgte. Es fehlte ein klares Bekenntnis zu einer gemeinsamen Aktion, wie dies in Deutschland mit „Renovabis“ geschehen ist. Dass nun auch der Ost-Torso vergangener Jahrzehnte dem Sparstift geopfert wird, verwundert: Betont doch gerade die Kirche, dass Osterweiterung mehr sein muss als vordergründige wirtschaftliche Interessen.