P. Gerhard Winkler OCist führt in die Welt Bernhards von Clairvaux ein
Ausgabe: 2001/45, Weltliteratur, Bernhard von Clairvaux, P. Gerhard Winkler, Zisterzienser, Mönch, Wilhering,
06.11.2001
- Josef Wallner
Als Abschluss der 10-bändigen Ausgabe der Schriften des heiligen Bernhard von Clairvaux präsentierte Dr. P. Gerhard Winkler eine Biografie des Zisterziensermönches.
Bernhard von Clairvaux hat das geistlich-geistige Klima Europas im 12. Jahrhundert entscheidend geprägt. Vom Kloster Clairvaux aus, dessen Abt er von 1115 bis zu seinem Tod 1153 war, gründete er 70 neue Konvente und gliederte weitere 100 seinem Kloster an. Seine Schaffenskraft war immens: Predigten, Briefe, Abhandlungen über Fragen des Mönchtums und dazu kirchenpolitische Aufgaben. Bernhards Auslegungen des Hohenlieds der Liebe gehören zur Weltliteratur.
Zehn umfangreiche Bände füllt das schriftstellerische Werk des rastlosen Mönches. Der Wilheringer Zisterzienser und Kirchenhistoriker Dr. P. Gerhard Winkler hat sämtliche Schriften in einer lateinisch-deutschen Fassung herausgebracht. Ein wissenschaftliches Meisterstück. Bisher ist es weltweit nur den deutschsprachigen Zisterziensern/innen gelungen eine zweisprachige Bernhard-Ausgabe vorzulegen.
Eine Frucht der intensiven Beschäftigung Winklers mit den Werken Bernhards ist eine Biographie. In der Linzer Dombücherei stellte der Kirchenhistoriker das jüngst erschienene Buch vor: Bernhard von Clairvaux. Die eine und umfassende Kirche – Einheit in der Vielfalt (Tyrolia Verlag). Neben der Bedeutung der Einheit und auch der Einförmigkeit – vor allem der Mönche – wurde Bernhard nicht müde, die Einmütigkeit der verschiedenen Seelen im Leib Christi, der Kirche, zu betonen, erklärte Winkler. Musikalisch umrahmt wurde die Buchpräsentation vom Wilheringer Damenquartett und dem Tenor Kurt Azesberger. Das Ensemble führte die Biblischen Visionen des Wilheringer Zisterziensers Balduin Sulzer auf.