Die häufigste der verschiedenen Arten von Kopfschmerzen ist die Migräne. Circa 12 % der Erwachsenen leiden darunter, dreimal so viel Frauen als Männer. Die klassische Migräne ist meist einseitig mit pochendem Schmerz, teils kombiniert mit Übelkeit und Erbrechen, oft mit Licht-, Lärm- und Geruchsempfindlichkeit. Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Appetitprobleme können vor einer Attacke auftreten. Als Aura sind Augenflimmern, Lichtblitze, Gesichtsfeldausfälle, Gefühlsstörungen, ja sogar Lähmungserscheinungen und Sprachstörungen am Beginn eines Anfalls bekannt.
Migräne beeinträchtigt entscheidend die Lebensqualität. Sie ist nicht heilbar, aber gut behandelbar, wenn die richtige Diagnose gestellt wird. Eine Hilfe für den Arzt ist ein Kopfschmerztagebuch. Die Therapie der klassischen Migräne soll frühzeitig mit Medikamenten gegen Übelkeit und mit leichten Schmerzmitteln erfolgen. Die Stufe 2 erfordert schon stärkere, aber sehr wirksame Mittel (Triptane), die es auch schon als Nasenspray gibt. Wichtig für die Lebensqualität ist eine Dauerbehandlung auch zwischen den Attacken. Der Patient soll ihm bekannte Auslösefaktoren vermeiden. Hilfreich sind außerdem: Bereinigung des Lebensstiles, Entspannungstechniken, Einsatz von komplementärmedizinischen Methoden wie Kneipptherapie, Homöopathie oder Akupunktur. Als Medikamente kämen unter anderen Betablocker zur Anwendung. Nach ca. 6 bis 9 Monaten versucht man die Medikamente abzusetzen und beobachtet, ob sich wieder eine Verschlechterung ergibt.
Dr. Franz Daringer, leitender Arzt des Kneipp-Kurhauses der Marien-schwestern in Aspach.