Bischöfe äußern tiefe Sorge über Krise in der Landwirtschaft
Ausgabe: 2001/46, Bischöfe, Sorge, Landwirtschaft
13.11.2001
- Kirchenzeitung der Diözese Linz
Mit Sorge erfüllt die österreichischen Bischöfe die Krise der Landwirtschaft, der gefährdete Frieden und Entwicklungen in der Biomedizin.
Den Auftakt der Bischofskonferenz vergangene Woche bildete ein Studientag über die Entwicklung der Landwirtschaft in Österreich und in der EU. Im Anschluss erklärten die Bischöfe ihre tiefe Sorge über die Krise der Landwirtschaft, über die Existenzbedrohung für viele Bauern und den ländlichen Raum sowie über die wachsende Verunsicherung im Selbstverständnis der Bauern. Die Bischöfe kündigten an, das Theme im Sozialwort der Kirchen mit aller Deutlichkeit aufzugreifen und pastorale Initiativen für den ländlichen Raum zu verstärken.
„In großer Sorge um den Weltfrieden“ bitten die Bischöfe die Katholiken um „inständiges Gebet und um jene Schritte, die jeder an seinem Platz für den Frieden zwischen Menschen verschiedener religiöser und politischer Überzeugung tun kann.“ Sie verwiesen darauf, dass der Kampf gegen den Terror „auf Dauer nicht erfolgreich sein“ könne „ohne beharrlichen Abbau des weltweit riesigen Gefälles zwischen Arm und Reich“.Die Bildung der österreichweiten „Allianz für den Sonntag“ begrüßten die Bischöfe als „Sozialpartnerschaft neuen Stils“. In weiteren Erklärungen riefen sie zur regen Teilnahme an der Diskussion des Sozialwortes, am Jahr der Berufung und an den Pfarrgemeinderatswahlen auf.
Eindringlich warnten die Bischöfe von den Folgen der pränatalen Diagnostik (Aussonderung behinderten Lebens). Weiters traten sie für ein Verbot aller biomedizinischen Praktiken ein, bei denen Embryonen „verbraucht“ werden, bei denen geklont oder in menschliche Keimbahnen gezielt eingegriffen wird.
Das von den Medien im Vorfeld hochgespielte Thema eines kirchlichen Segens für homosexuelle Partnerschaften stand nicht im Mittelpunkt der Beratungen der Bischofskonferenz. Es gab auch keine öffentliche Kopfwäsche für die Katholische Männerbewegung, die im Sommer diese Frage ins Gespräch gebracht hatte. Die Bischöfe erklärten knapp, dass die Segnung gleichgeschlechtlicher Verbindungen der kirchlichen Lehre widerspreche und dass sich katholische Organisationen an die Glaubens- und Sittenlehre der Kirche zu halten hätten. An die Regierung appellierten die Bischöfe, das Schutzalter für gleichgeschlechtliche Beziehungen bei Männern (18 Jahre) nicht zu senken. Gleichzeitig traten sie dafür ein, das Schutzalter für hetereosexuelle Beziehungen zwischen Erwachsenen und Jugendlichen von derzeit 14 auf 16 Jahre anzuheben.
Die zehn Erklärungen der Bischofskonferenz gibt es im Wortlaut im Internet unter: www.kirchenzeitung.at