Wenn bestimmte Wetterlagen zu Stimmungs-schwankungen und Störungen des Befindens führen, spricht man von Wetterfühligkeit. Man ist matt, unkonzentriert, unruhig, angespannt oder niedergeschlagen, ängstlich oder verwirrt und unfallgefährdet, bringt wenig Leistung oder reagiert gereizt und aggressiv. Wetterempfindlich ist jemand, wenn sich Grundkrankheiten wie Asthma, Rheuma, Herzerkrankungen, alte Verletzungen oder Operationsnarben unter Wettereinfluss verschlimmern oder „melden“. Ein Drittel bis zur Hälfte der Menschen in Mitteleuropa reagieren auf verschiedene Wetterlagen (z. B. Föhn, Kaltluft, Warmluft mit Wetterfühligkeit oder -empfindlichkeit). Dafür ist in großem Maße das vegetative Nervensystem verantwortlich. Eng damit verknüpft ist der Hormonhaushalt, z. B. wird Adrenalin vermehrt bei Föhn gebildet. Das Gleichgewichtsorgan im Innenohr ist mit seiner Empfindlichkeit auf Druckveränderung und Ionen-Zusammensetzung der Luft beteiligt.
Oberstes Gebot bei wetterbedingten Beschwerden ist Entspannung, den Lebensstil stressärmer gestalten, die körperliche und seelische Konstitution stärken. Dazu können Kräuterbäder (Melisse, Baldrian, Lavendel, Fichtennadel), autogenes Training, Qi Gong, Joga, aber auch das Rosenkranzbeten beitragen. Kneippanwendungen, wie kalte Waschungen, Wechselbäder oder Güsse, und viel körperliche Aktivität sind bestens als Gegenmaßnahmen geeignet. Es empfiehlt sich ein individuelles Wetter-Tagebuch zu führen.
Dr. Franz Daringer, leitender Arzt des Kneipp-Kurhauses der Marien-schwestern in Aspach