Ausgabe: 2001/47, Spiele, Carcassonne, Die Siedler von Cartan, Die neuen Entdecker, Cosmic Encounter, Luxor, Tabu, Chip-Chip Hurra, Babel, Toscana, Millionenshow, Lotti Karotti,
20.11.2001
- Ernst Gansinger
Wenn du mit einem Menschen eine Stunde spielst, erfährst du mehr über ihn, als wenn du dich mit ihm ein Jahr lang unterhältst.
Dieser Ausspruch von Plato könnte ergänzt werden: Und du erfährst auch über dich eine Menge. Aber Schluss mit Philosophieren, sonst kommen wir nicht zum Spielen. Das wäre schade, denn es gibt viele tolle Spiele unter den etwa 300 neuen, die alljährlich in die Geschäfte kommen.Das „Spiel des Jahres“, von einer deutschen Fachjury verliehen, hebt seit 1979 Spiele hervor. Der heurige Sieger heißt „Carcassonne“. Die Ritter, Bauern und Bürger, pardon: die Spieler, besiedeln das Land um die mittelalterliche Festung Carcassonne. Besiedlungsspiele sind seit dem Über-Drüber-Spiel „Die Siedler von Catan“ (Kosmos) sehr gefragt. Bei Carcassonne bestechen eine einfache Regel und das flotte Spiel.
Seit heuer gibt es mit dem „Spiel der Spiele“ auch einen österreichischen Spielepreis. Es siegte ebenfalls ein Besiedlungsspiel „Die neuen Entdecker“ (Autor ist der Erfinder der Siedlerspiele, Klaus Teuber).In weiteren fünf Kategorien gab es Auszeichnungen: Für das Spiel unter Freunden („Carcassonne“ und „Cosmic Encounter“), für das Spiel unter Kindern („Chip-Chip Hurra“ und „Lotti Karotti“), für das Spiel in der Familie („Cartagena“ und „Luxor“), für das Spiel zu zweit („Babel“ und „Toscana“) und für das Spiel in großer Runde („Die Millionen Show“ und „Tabu“).
Bei „Luxor“ sind die Spieler Forscher, die in einer altägyptischen Grabkammer Sarkophage sammeln. Es wird nicht nur auf der Ebene gespielt und kommt auf Kombinationsfähigkeiten und das Bewahren der Übersicht an. „Chip-Chip Hurra“ (wieder von Klaus Teuber) bringt einen alten Spielmechanismus zum Einsatz, der schon bei „Flieg, mein Hütchen“ Spaß machte: Auf das Spielbrett werden mit einem Katapult – hier keine Hütchen, sondern Chips – geschleudert. Roboter, über Würfel gestellt, bewegen sich dann über Schwellen zu einem Feld neben dem Chip. Dabei verändern die Würfel ihre Augenzahl. Genau auf diese kommt es an, um Chips zu hamstern.
Ein Spiel, das keinen Preis hat, bekommt von mir einen: „Acquire“ von Hasbro. Es ist ein Wirtschaftsspiel-Klassiker in schöner Neuauflage. Die Spieler setzen auf einem 108-Felder-Brett Firmensteine, die zu Konzernen anwachsen, fusioniert werden und teilweise wieder verschwinden. Mehrheits-Aktionäre haben’s gut.
– Carcassonne, Verlag Hans im Glück, Klaus- Jürgen Wrede, 2 bis 5 Spieler, ab 10 Jahren, ca. 60 Minuten Spieldauer, ca. S 190,– (ca. E 14,–). – Die neuen Entdecker, Kosmos, Klaus Teuber, 2 bis 4, ab 10, ca. 90 Min., S 380,– (ca. E 28,–). – Luxor, Ravensburger, Gunter Baars 2 bis 4, ab 9, ca. 40 Min., ca. 290,– (ca. E 21,–). – Chip-Chip Hurra, Verlag Klee, Klaus Teuber, 2 bis 4, ab 6, ca. 20 Min., ca. 290,–, (ca. E 21,–). – Acquire, Hasbro, 3 bis 6, ab 12, ca. 90 Min., ca. 580,–, (ca. E 42,–).