Begegnung auf Knopfdruck findet nicht statt. Advent ist Aufbruch. Zumindest bis zur Tür muss man gehen, um sie zu öffnen.
Es gibt ein Ankommen im Leben. Gottlob! Leben ist nicht Schweben im Leeren, kein Unterwegssein irgendwohin. Advent heißt „Ankunft“.Im doppelten Sinn ist ein Ankommen gemeint: Ich komme an – und mein Unterwegssein ist an ein Ziel gekommen. Aber auch: Einer kommt an, kommt mir entgegen. Das Entgegenkommen Gottes und das Unterwegssein des Menschen treffen aufeinander. Es ist – Begegnung. Gott und Mensch begegnen einander. Gott wird Mensch, um Menschen begegnen zu können. Wie gut! Aber Kommen und Entgegenkommen finden nicht von selbst statt. Anstrengung ist nötig, denn Kommen und Unterwegssein brauchen Kraft. Wo niemand aufsteht und aufbricht, gibt es Begegnung nicht. Ihre Sehnsucht nach Begegnung – und diese lässt sich nicht so leicht beiseite schieben – wollen Menschen zunehmend überdecken – ohne Anstrengung. Du kannst sie dir kaufen, wir bieten sie dir, sagen die Tempelhändler des modernen Lebens und machen damit ihre Geschäfte. Wir liefern Begegnung frei Haus – auf Kanal soundso und – bei uns – zum unschlagbaren Tarif. Das sagen sie, aber . . . . . . aber Begegnung auf Knopfdruck – findet nicht statt.„Das geb ich mir heute!“, sagt der Zufriedene. „Das zieh ich mir rein!“ Oder vornehmer: „Das gönne ich mir!“ Aber sosehr man die Dinge in sich hineinzieht, sosehr man sich mit Käuflichem füttert, man wird nicht satt. Selbstgönnung als Selbstbefriedigung der Seele verhindert, was sie verheißt. Sie lässt allein und leer zurück – ohne Begegnung. Advent lässt sich nicht im Sitzen erleben. Man muss aufstehen, entgegengehen, zumindest bis zur Tür, um sie zu öffnen. Sonst findet Begegnung nicht statt. Advent. Aufbruch also! Ein Weg liegt vor mir. Am Anfang des Weges weißt du nicht, was an seinem Ende kommt.