Der Himmel ist für mich ein neues schönes Leben nach dem Tod, ohne Krieg und Streit. – Im Himmel ist man nicht allein. – Himmel ist für mich dort, wo Vögel zwitschern, die Sonne lacht, wo einfach nur Friede herrscht. – Im Himmel treffe ich Gott. – Der Himmel ist für alle Menschen. – Dies sind einige Antworten, die Kinder unserer Pfarre auf die Frage, wie sie sich den Himmel vorstellen, gegeben haben.
Ähnliches können wir beim Propheten Jesaja nachlesen: Er verkündet ein neues gutes Leben und beschreibt dabei beinahe himmlische Zustände. Ein König wird kommen, gesegnet mit den Gaben der Weisheit, der Einsicht, des Rates, der Stärke, der Erkenntnis und der Gottesfurcht wird er die ihm aufgetragene Aufgabe erfüllen (vgl. Jes 11). So erinnert der Prophet Jesaja angesichts der damaligen politischen Situation, dass ein neuer Spross als Gottessohn für gelebte Gerechtigkeit kommen wird. Jesaja weiß um die vielen Brüche und Risse. Den lange gehegten Träumen und Hoffnungen auf das gelobte Land stand die von Angst, Not, Terror, Panik und Flüchtlingsströmen geprägte Außenpolitik der judäischen Könige gegenüber. Der starke Baum, ein Symbol des Königtums, lag am Boden! Nur mehr der Stumpf ist vorhanden. Da ist es nur zu verständlich, wenn angesichts dieser Tatsache und den damit verbundenen Erfahrungen ein Ende der Unterdrückung herbeigesehnt wurde.
Auch Johannes der Täufer, den Matthäus am Beginn seines Evangeliums auftreten lässt, weiß um die menschliche Sehnsucht, dass Leben gelingt. Als jüdischer Prophet bewegt es sich ganz im prophetischen Strom der Geschichte Israels. Er verkündet in der Wüste das Kommen Jesu. Mit diesem Kommen ist die Wirklichkeit des Reiches Gottes – das Himmelreich – angebrochen. Die Zeit der Gnade ist da. Diese Zusage ist es, die Johannes dann Umkehr fordern lässt. Er übt scharfe Kritik an bestimmten Gruppen des damaligen Judentums, dass Gerechtigkeit im konkreten Tun ersichtlich werden muss. Sich taufen lassen, sich zu Gott bekennen, sind zwar wichtige Schritte, aber sie fordern dazu die Frucht der Gerechtigkeit im Alltag.
Für Matthäus ist gelebte Gerechtigkeit im umfassenden Sinn immens wichtig. Radikal fordert er auch heute noch von uns, sich diesem Anspruch der Umkehr zu stellen. Umkehr bedeutet somit, zu den Quellen des jüdischen Gottesverständnisses zu kommen. Auch wir sind heute, hier und immer wieder dazu aufgerufen, mit unseren Händen, mit unserem Herz und mit unserem Verstand einen Beitrag zu leisten, dass alle Menschen die Fülle des Lebens erfahren können.
Maria Eicher ist Pastoralassistentin der Stadtpfarre Traun und lebt in Leonding/OÖ.